Besondere Orte: Bismarck zu Ehren

Der Apoldaer Bismarckturm liegt direkt an der B 87. Bis zum 31. Oktober lädt der Turm wieder an den ­Wochenenden und feiertags ein, in luftiger Höhe ­einen weiten Blick über Apolda und das Weimarer Land zu genießen.
 
Seitenansicht
Apolda: B 87 | 93 Stufen müssen bezwungen werden. Die letzten 18 führen über eine enge Metall-Wendeltreppe. Kein leichter Aufstieg, doch aller Mühe wert. Denn hoch oben auf dem Bismarckturm wird der Gast durch einen fantastischen Ausblick belohnt. Auf der Plattform in 24 Metern Höhe kann man nicht nur über die Dächer Apoldas schauen. Der Blick reicht weit hinein ins Weimarer Land und darüber hinaus. Bei klarer Sicht bis nach Naumburg.

Seit Ostern hat der Turm an den Wochenenden und Feiertagen wieder geöffnet. Die Öffnungszeiten werden abgedeckt durch Mitglieder des Kleingartenvereins „Am Bismarckturm“ und einen Bürgerarbeiter.
Seit über einem Jahrhundert thront der Turm auf der Mattstedter Höhe. In vielen deutschen Städten wurden damals Bauwerke dieser Art errichtet – als Zeichen der Ehrerbietung. Otto von Bismarck, erster deutscher Reichskanzler, genoss hohes Ansehen. Mit Türmen und Stelen wollte man den Fürsten ein Denkmal setzen.

In mehr als 40 Gemeinden, von Apolda bis Wohlsborn, wurden für den Turm Spenden gesammelt. Auch die Stadt Weimar, der Thüringer­wald-Verein Weimar und Großherzog Wilhelm Ernst gaben Geld für das Bauwerk. 1904 konnte der Turm mit einem großen Fest eingeweiht werden. Erste ­Bestrebungen, auch in Apolda einen ­solchen Turm zu errichten, reichten jedoch bis ins Jahr 1887. Damals gründete sich der Bismarck-Verein in der ­Glockenstadt.

Nicht immer lud der Turm als Ausguck in luftiger Höhe ein. Während des 2. Weltkrieges waren hier Beobachtungsposten stationiert, die vor Luftangriffen warnen sollten. In den 1970er-Jahren sorgten Antennenanlagen auf dem Turm für den Fernsehempfang in Apolda. Von 1994 bis 2004 musste der Turm aus bautechnischen Gründen gar gesperrt werden. Zu DDR-Zeiten wurde das Bauwerk offi­ziell „Friedensturm“ genannt. Der Schriftzug „Bismarck“ unterhalb der Turmkrone wurde damals abgeschlagen. Heute ist sie wieder zu lesen. Auch erinnert eine Tafel an den früheren Reichskanzler.

Öffnungszeiten
Samstag, Sonntag, Feiertag von 10 bis 18 Uhr
Eintritt: kostenfrei
Besichtigungen für Gruppen sind auf Anfrage über die Tourist-Information unter
' 0 36 44 / 65 01 00 möglich.

Zur Geschichte
• In ganz Deutschland, aber auch im Ausland entstanden ab Ende des 19. Jahrhunderts bis hinein in die 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts Bismarcktürme. Rund 170 dieser Türme sollen heute noch erhalten sein. Bismarcktürme gibt es unter anderem auch in Jena und Erfurt.

• Mit den Türmen sollte das Verdienst Otto von Bismarcks (1815 – 1898) gewürdigt werden. Der preußische Politiker hatte die Gründung des Deutschen Reiches 1871 maßgeblich forciert, wurde erster Reichskanzler.

• „Kulturkampf“ und „Sozialisten­gesetze“ sind eng mit dem Namen Otto von Bismarck verbunden.

• Die Bewertung Bismarcks Politik war in den letzten Jahrzehnten stark abhängig vom vorherrschenden Gesellschafts- und Geschichtsbild.

• Bismarcks Sozialpolitik wirkt bis in unsere Zeit. Die heutigen Kranken-, Unfall- und Rentenversicherungen für Arbeitnehmer haben ihren Ursprung in der damaligen Zeit.

• Mehr Infos finden Interessierte unter: www.bismarcktuerme.de.
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Hannelore Grünler aus Artern | 01.05.2012 | 20:08  
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