Besondere Orte: Kleinkunst im Apoldaer Schloss

Das Apoldaer Schloss entstand im 12. Jahrhundert als Burganlage und beherbergte über die Jahrhunderte viele Bewohner.
Apolda: Schloss | Das Schloss in Apolda kulturell zu nutzen war der lang gehegte Wunsch heimatverbundener Bürger. Doch ihr Engagement wurde des Öfteren auf eine harte Probe gestellt. Davon berichtet auch Walter Cyliax in einer Ausgabe der „Apoldaer Heimat“ (1991). Demnach kämpften in den 1980er-Jahren eine Arbeitsgruppe „Apoldaer Schloss“ und eine nebenberufliche Baubrigade um den Erhalt des Gebäudekomplexes. Zu einer Zusammenarbeit mit der Stadt und dem VEB Gebäudewirtschaft als damaligem Eigentümer ist es aber nie wirklich gekommen.
Als Beleg dient Cyliax die Verwendung von Falzziegeln. Beschafft von der Baubrigade zur Abdichtung eines Daches wurden sie von der Gebäudewirtschaft „einfach für andere Zwecke“ eingesetzt.
Als Burganlage im 12. Jahrhundert errichtet, diente das spätere Schloss weniger repräsentativen Zwecken. Vielmehr wurde es als Wohnhaus der Gutspächter genutzt. Später war hier ein Lehr- und Versuchsgut der Jenaer Universität untergebracht. Apoldaer dürften sich noch gut an jene Zeit erinnern, als die Verwaltung der Gebäudewirtschaft einen Teil des Komplexes bewirtschaftete. Gleichzeitig wohnten Familien hier. Auch ein Jugendklub hatte sein Domizil auf dem Gelände.

Erst in den letzten Jahren kehrte das Apoldaer Schloss ins Bewusstsein der Bürger als Denkmal zurück. Eine grundlegende Sanierung machte dies möglich. Heute wird das Schloss vornehmlich kulturell genutzt. Zum Zwiebelmarkt feiert man hier ein Mittelalterfest und zum Apoldaer Schloss­treffen ist es Anziehungspunkt für Oldtimer-Freunde. Der Saal steht für Kleinkunstveranstaltungen zur Verfügung. „Im Herbst werden wir hier ein Jubiläum feiern“, freut sich Gudrun Bernert von der städtischen Kulturabteilung auf die 20. Apoldaer Kabarett-Tage. Die „Distel“, die „Herkuleskeule“ und weitere Ensembles werden erwartet.

Wünsche gibt es dennoch. Ein großes Tor zum Beispiel. So könnte man auch den Schlosshof im Sommer für eintrittspflichtige Veranstaltungen nutzen, meint Gudrun Bernert. Gleichzeitig hofft sie auf eine Ausstellung im Schloss, die die Anlage in ihren Entwicklungsphasen beschreibt. Eine Bürgerarbeiterin soll ab 1. März eine solche Schau vorbereiten.

ZUR SACHE:
• Das Apoldaer Schloss besteht aus drei Gebäude-
komplexen: dem Vitzthum­­bau, Südwestbau und Hauptgebäude. Als ältester Teil gilt der Vitzthumbau. Er wird von der Abteilung Kultur der Stadtverwaltung, vom Apoldaer Kulturverein und der Kreismusikschule genutzt.
• Im Südwestgebäude ist das Trauzimmer untergebracht. Die dortigen Büroräume stehen derzeit leer, sollen aber nach Möglichkeit von der Landgartenschaugesellschaft genutzt werden.
• Im Hauptgebäude finden Veranstaltungen statt, u.a. Kino und Amateurtheater.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige