Das Buch von nebenan

Christel und Guido von Poellnitz in ihrem „Buchladen“.
Apolda: Am Brückenborn | Es war 1998, als das große Hollywood mit der romantischen Komödie „E-Mail für Dich“ den Überlebenskampf einer kleinen Buchhandlung thematisierte, die sich gegen die neue Filiale einer Buchhandels­kette gleich in der Nachbarschaft behaupten muss. Meg Ryan als Buchhändlerin mit viel Herz ist am Ende gezwungen, ihren Laden zu schließen; gewinnt dafür aber die Liebe ihres Gegenspielers, dargestellt von Tom Hanks.

In der Realität ist das Ende der kleinen Buchläden noch lange nicht besiegelt. Als exemplarisches Beispiel kann „Der Buchladen“ in Apolda gelten. Seit mehr als zwei Jahren wird dieser von Christel von Poellnitz privat geführt, nachdem sich Buchriese Habel aus der Kreisstadt zurückzog. Dass es immer noch diese kleinen Geschäfte gibt, ist wohl auch der Buchpreisbindung zu verdanken. „Die hilft uns natürlich sehr“, bestätigt Christel von Poellnitz. Der Kunde zahlt bei ihr fürs Buch den selben Preis wie im Internet oder in der Filiale einer großen Buchhandelskette.

Mit einer guten Beratung versucht man sich in Apolda gegen die Konkurrenz der Buchriesen und Onlinehändler durchzusetzen. Mit einem großen Angebot für Kinder will man die Leser von morgen gewinnen. Zudem setzt von Poellnitz auf Autoren aus der Region. Sie erhalten ebenso ein Podium wie Erfolgsautoren. Zu ihnen gehört Stefan Schwarz, den die Buchhändler am 18. April um 19.30 Uhr zu einer Lesung in der Stadthalle erwarten.

Ist der Online-Buchversand überhaupt eine Gefahr für den Buchladen vor Ort? Guido von Poellnitz, der im Geschäft seiner Frau mitarbeitet, will das nicht bestätigen: „Das Online-Geschäft wächst nicht so dramatisch schnell wie prognostiziert.“ Vielmehr würden sich die Kunden im Internet informieren, zum Kauf aber gezielt ins Geschäft kommen. „Viele wollen das Buch vorm Kauf anfassen, riechen, darin blättern“, erklärt er den Vorzug einer Buchhandlung. Und aus diesem Grund glaubt er auch weiterhin ans gedruckte Buch.

Der Reader, mit dem man elektronische Bücher, sogenannte E-Books, liest, seien geeignet für Vielleser. „Im Urlaub spart man dadurch Platz im Koffer“, wirft Christel von Poellnitz ein. „Doch gerade am Strand sind sie eben sehr anfällig“, entgegnet Ehemann Guido. Jeder Kunde müsse das für ihn Passende finden. Die Reader seien zwar ein Trend, aber nicht der bestimmende.

ZUR SACHE

Am 23. April, dem Todestag Shakespeares, ist Welttag des Buches. Buchhandlungen in ganz Deutschland verschenken an dem Tag über eine Million Exemplare des Buches „Ich schenke dir eine Geschichte“ an Viert- und Fünftklässler. Auch „Der Buchladen“ in Apolda beteiligt sich an der Aktion. Erwachsene erhalten eine Rose.
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