"Rheinschätze"

Wann? 04.07.2014 19:00 Uhr

Wo? Kulturfabrik Apolda, Dr.-Külz-Straße 4, 99510 Apolda DE
Flyer "Rheinschätze"1 (Foto: Marion Menzel)
 
Flyer "Rheinschätze"2 (Foto: Marion Menzel)
Apolda: Kulturfabrik Apolda | 1. Ausstellung der Freien Akademie Köln in der Kulturfabrik Apolda
"Polylog Mittelmeerbiennale Köln 2014" in der Kulturfabrik Apolda


Eröffnung: Freitag, den 04.07.2014, 19 Uhr
Dauer: 4.7.- 5.9.2014

Teilnehmende Künstler:

Ralf Ahrens- Malerei
Martin Brand- Video Fotografie
Alexander Jakimenko- Malerei
Marion Menzel- Objekte Installation
Ute Ostermann- Malerei Grafik
Nina Anne Pahnke- Malerei Zeichnung
Alexander Schmid- Kinetische Objekte
Maria Schmidt Dzionsko- Kunst und Design


Die Biennale ist ein Ausstellungskonzept des 19. Jh.`s, die neben den
tradierten akademischen Salons eine der zeitgenössischen Varianten der
Vermarktung von aktuellen, noch unbekannten Kunstpositionen darstellte.
Die Idee dieses Systems entstand zunächst in Südamerika in der Stadt Sao
Paulo, wo die älteste aller Biennalen alle zwei Jahre das Publikum zu
erreichen versuchte. Andere europäische Metropolen zogen nach und
kopierten dieses Veranstaltungskonzept, in dem regionale und
internationale Tendenzen integriert wurden.
In heute funktionierenden Biennalen, wie Venedig oder Berlin werden
immer mehr die spezifischen touristischen Lokalitäten zum
Anziehungspunkt der Besuchermassen, die von der Branche angelockt
werden. Um nicht nur die Kunst und Architektur zu genießen, sondern
gleichzeitig den Kommunen ein attraktives Zubrot zu garantieren, können
die Reisenden den privaten Urlaub in der Kunstmetropole verbringen.
Der Kölner "Polylog", so der Untertitel der Veranstaltung verfolgt
darüber hinaus reichende Ziele. Die oft in mehreren locations (Galerien,
Museen, Privaträumen, Industriebauten, Hotels oder Rathäusern)
untergebrachten Artefakte verknüpfen Raumwirkungen miteinander und
intensivieren den Dialog mit der Kunst, da die Menschen , wenn sie sich
zum Beispiel auf einem Behördengang befinden, mit ihr scheinbar zufällig
konfrontiert werden. Hier treffen sie auf interkulturelle Statements der
KünstlerInnen, die noch nicht von den Verkaufsstrategien der Galeristen
verbraucht wurden und demokratisieren auf diese Weise den Umgang mit
aktuellen Beitrag zum gesellschaftlichen Alltag.
Ein paar Beispiele können diesen abstrakten Sachverhalt vielleicht
besser erklären: Wenn sich zum Beipiel im Kölner Rathaus eine
Himmelsabbildung vor das dortige Wandrelief aus den 50èr Jahren schiebt,
wird der Besucher des Hauses auf die ungewöhnliche Erweiterung des
Raumes hingestoßen. Im gleichen Rathaus , dem sog. Spanischen Saal,
stand in einer anderen Biennale ein monumentales raumgreifendes, recht
abstrakt gehaltenes Bild des Kölner Doms, das von den frisch im
Standesamt getrauten Ehepaaren als Hintergrundmotiv für ihre
Hochzeitsbilder genutzt wurde. Während der Ausstellungszeit bildeten
sich immer wieder Grüppchen, die vor diesem Werk posierten und gar nicht
mehr gehen wollten.
In diesem Sinne wird ein "Polylog" zum selbstverständlichen Gespräch mit
den zahlreichen Freunden, die sich gern der Kunst zuwenden und sie nicht
nur aus ästhetischen Gründen der Erbauung aufsuchen, sondern sie als
Teil der Alltagswelt benutzen, ohne sie als profanes Dekorationswerk zu
verbrauchen. Der Spaß und die Freude an der kommunikativen Funktion der
Kunstwelt wird auf diese Weise dem Menschen zurückgegeben, ohne sie in
der abstrakten Welt der Moderne zu isolieren.


In der Neusten Biennale, die u.a. im Thüringenschen Apolda dieses Jahr
einen Standort hat, hängen in einer ehemaligen Strickfabrik, die jetzt
zur "Kulturfabrik" umfunktioniert wurde, übergroße aus Tee geformte
Stricknadeln. Diese pendeln frei im Fabrikationsraum, als ob sie wie die
stummen Zeugen des Wandels die Zeit vermessen.

Daneben wird der Event durch eine Modenschau belebt, in der wie bei Heidi Klum die weibliche Jugend des Ortes durch die Kunsthallen stöckelt, bewundert und verzaubert von der Musik, die den Laufsteg durchflutet.

Die sinnliche Ebene der Kunst zu beleben ist eines der zentralen Motive
der interkulturellen Veranstaltung. So wurde das aktuelle Konzept von
einer Hommage an den verstorbenen tunesischen Künstler Abderrazak Sahli
(Teilnehmer der Biennale von 2008) beseelt, für die alle 2014
beteiligten KünstlerInnen eine Siebschablone gestaltet haben, die in
einer ornamentalen, bodenständigen Schüttung von verschiedenen Gewürzen
und Kräutern so installiert wird, das Assoziationen an die Gerüche eines
Basars entstehen, die das vielgestaltige Ornament der
Gemeinschaftsarbeit im Ausstellungsraum synästhetisch erfahren lassen.
"Das Ornament hält die Sixtinische Kapelle zusammen", so wie es
Michelangelo dem Papst Julius entgegnete als er über den Zweck seiner
Bibelauslegung befragt wurde.
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1 Kommentar
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Sibylle Müller aus Apolda | 19.06.2014 | 15:05  
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