Eine neue Chance

Beate Schleicher konnte als 100. Bürgerarbeiterin in Apolda eingestellt werden. Sie unterstützt künftig die sozialae Arbeit in der Stadtbibliothek. Foto: Siegfried Schmidt (Foto: Siegfried Schmidt)
Apolda: Dornburger Straße | Die Suche nach einem Arbeitsplatz ist für Beate Schleicher noch längst nicht abgeschlossen. Und doch bietet sich der gelernten Textilingenieurin eine neue Herausforderung, auf die sie sich freut. Ein Etappenziel ist erreicht.

Beate Schleicher wurde als 100. Bürgerarbeiterin in Apolda eingestellt. Als Mitarbeiterin in der Stadtbibliothek wird sie sich in den nächsten drei Jahren um all jene kümmern, denen ein Weg in die Dornburger Straße zu beschwerlich ist. Sie will in Pflegeheime oder bei Literaturinteressierten direkt zu Hause dafür sorgen, dass körperliche Beeinträchtigungen nicht den Zugang zum Bibliotheksangebot abschneiden. „Ich werde Kurzgeschichten vorlesen, aber auch im größeren Rahmen Lesungen veranstalten“, umschreibt Beate Schleicher ihre Vorstellungen vom neuen Job. „Derzeit muss ich noch recherchieren, was für die Senioren von Interesse ist.“ Unterstützt wird sie dabei vom Bibliothekspersonal.

Von diesem neuen Angebot profitiert demnach nicht allein Beate Schleicher, sondern vor allem die Bürger selbst. Schließlich sollen durch das neue bundesweite Modell der Bürgerarbeit vor allem Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitssuchende geschaffen werden, die vom allgemeinen Interesse sind, aber nicht in Konkurrenz stehen zu Angeboten aus der Wirtschaft.

Insgesamt 150 Bürgerarbeitsplätze stehen in den Städten Weimar und Apolda zur Verfügung. Davon wurden in Apolda bereits 109 bewilligt, in Weimar 89.
Noch bis zum 31. Dezember 2014 läuft das Projekt, mit dessen Hilfe die Bürgerarbeiter leichter einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt finden sollen. Um dieses große Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, werden Beate Schleicher und die anderen Bürgerarbeiter auch während ihrer Tätigkeiten im öffentlichen Interesse weiter geschult. Über die Auswahl der Bürgerarbeiter entscheiden die Betreuer in den Jobcentern. Dort können sich auch Vereine und freie Träger um neue Mitarbeiter bemühen.

WAS IST BÜRGERARBEIT?

• Bürgerarbeit ist ein Modellprojekt. Vorrangiges Ziel ist es, arbeitslose erwerbsfähige Leistungsberechtigte dabei zu unterstützen, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine Beschäftigung zu finden.
• Arbeitgeber sind vor allem Gemeinden, Städte, Kreise. Auch interessierte Vereine und freie Träger können sich in den Jobcentern um Bürgerarbeitsplätze bemühen.
• Die Bürgerarbeit gliedert sich in zwei Phasen: Die Aktivierungsphase setzt sich aus der Beratung und Standortbestimmung, Vermittlungsaktivitäten sowie Qualifizierung und Förderung zusammen.
Die Beschäftigungsphase besteht aus der eigentlichen „Bürgerarbeit“ (d.h. sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im öffentlichen Interesse) sowie einem Coaching.
• Die Arbeitszeit umfasst 30 bzw. 20 Wochenstunden (ohne Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung).
• Gefördert wird Bürgerarbeit über Bundesmittel und den Europäischen Sozialfond.
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