Abschied ist ein scharfes Schwert

Nach einem letzten wehmütigen Marktbummel, dem letzten Apfelkrapfen und dem traurigen Abschied vom Strand ging es ans Zusammenschlagen des Vorzeltes und Kofferpacken. Diesmal haben wir durch Aqualand und Strandnachmittag zu spät angefangen, so dass wir am Abend nicht alles schafften. Außerdem hatten wir einen Tisch in einem kreolischen Restaurant um die Ecke gebucht - das "le pailotte"heben wir uns immer als Höhepunkt für den letzten Abend auf. Eine von Bambus umsäumte Terrasse mit einem Brunnen, dekoriert mit kleinen Fächerpalmen und bunten Holzpapageien, betrieben von einem Ehepaar, das die Hälfte seines Lebens als Tauchlehrer in Guadeloupe verbracht hat. Karibische Musik bei Rummixgetränken aus Kokosnüssen. Auf der Karte so exotische Gerichte wie Haifischsteak oder Rindergeschnetzeltes in Ingwersoße, Gratin von Süßkartoffeln und keine pommes frittes.
Der Abend war nach anfänglichen Unstimmigkeiten über die Abbauarbeiten ein voller Erfolg. Am nächsten Tag dann also früh raus. 7 Uhr - für Jana und Dana mitten in der Nacht. Zuerst bauten wir die Teile des Vorzeltes ab, die gestern stehen geblieben waren. Und obwohl wir arbeiteten wie die Brunnenputzer, waren wir erst zu zwei Dritteln fertig, als die Männer von der Wohnwagenaufbewahrungsfirma den Wagen abholen wollten. Sie zogen unverrichteteter Dinge wieder ab und sammelten erst ein paar andere Caravans ein. Jana stand zu diesem Zeitpunkt noch unter der Dusche und hatte vor lauter Stress einen Teil der Kleidung mitgeduscht. Und die Koffer waren schon alle zu und gaaanz hinten im Auto verstaut (Anmerkung der Schnellduscherin: Holgi, der Rest ist privat!) Als die Herren wieder kamen, mussten sie sich noch ein wenig gedulden, weil plötzlich die Klappe für die Werkzeuge klemmte. Mithilfe der Beiden ging jedoch noch alles gut, so dass wir zum ersten Mal miterlebten, wie der Wohnanhänger vom Platz gezogen wurde. Ein Ereignis, das sonst erst passiert, wenn wir schon längst auf der Autobahn sind. Abschied kann manchmal wirklich ein scharfes Schwert sein.
Auf dem Weg zur Autobahn mussten wir noch einen Hypermarché aufsuchen.
Das ist ein Einkaufszentrum, das mit dem Wort Super-Supermarkt nur unzulänglich beschrieben werden kann. Im Hypermarché bekommt man von der Garnrolle bis zur Immobilie oder einer Autofinanzierung alles. Wir beschränkten uns auf ein paar Lebensmittel und Mitbringsel, so dass wir gegen 11 Uhr nun endlich wegkamen.
Auf der Autobahn legte ich zu Janas Überraschung die gerade erstandene CD von collectif métissé auf. Sommermusik pur. Ideal für lange Autofarten.
Wir haben sie an diesen Tag fünf Mal durchspielen lassen - obwohl wir das Handschuhfach voller anderer CDs hatten - bevor wir gegen Mitternacht wieder deutschen Boden unter den Rädern hatten und uns am nächsten Mittag nicht weit hinter Saarbrücken trennen mussten.
Fazit: Wir werden wiederkommen und haben für nächstes Jahr schon fest gebucht.
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Uwe Zerbst aus Gotha | 19.09.2011 | 16:03  
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