Als Nonne hat sie Leichen im Keller, als Autorin liebt sie Gift - das aufregende Leben der Constanze Schmidt

Wer hat an der Uhr gedreht? Constanze Schmidt als Schwester Robert Anna in der neuen Eigenproduktion des Theaters Arnstadt, "Non(n)sens".
 
Die Nonnen haben einige Leichen im Keller und müssen nun Geld verdienen.
Arnstadt: ... |

Fernsehsendungen kann man so und so sehen. Die meisten Menschen charakterisieren die Darsteller. Andere, wie die Thüringerin Constanze Schmidt, charakterisieren sich selbst. Wenn Schmidt sich in der ARD "Die jungen Ärzte" ansieht, dann sieht sie sich bei der Arbeit zu - sie ist in der Serie Komparsin. Manchmal darf sie auch Notärztin sein. In ihrem Leben spielt Schmidt noch weitaus mehr Rollen: Arbeitsvermittlerin, Partnerin, Mutter, Autorin, Nonne... Nonne?? Angesichts dessen kommt die junge Frau nicht umhin, die von AA-Autorin Jana Scheiding begonnenen Sätze zu vervollständigen.

Ihr Leben ist ja das reinste Rollenspiel. Lassen Sie uns das mal sortieren. Sie arbeiten als...
... Arbeitsvermittlerin in Arnstadt. Im Moment betreue ich das Projekt "Sprint". Dort schule ich arbeitslose Menschen, ihre Bewerbung so zu gestalten, dass sie möglichst schnell wieder Arbeit finden.

Als Ärztin...
... sehe ich mich manchmal einige Sekunden lang im Fernsehen. Ich bin bei den "jungen Ärzten" seit 2014 Komparsin. Das ist schon irre, wenn man sich selbst so sieht.

Halloween ist zwar vorbei, aber...
... Horrorfilme liebe ich das ganze Jahr über, weil mich Thrilleraspekte faszinieren. Diese Mischung aus Grusel, Schauder, Gefahr und sexueller Leidenschaft potenziert sich zu einem krassen Gefühl. Das ist wie eine Grenzerfahrung. Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, in einem US-Horrorfilm mitzuspielen. Ehre deshalb, weil ich mit dem Regisseur von "Fluch der Karibik", Gore Verbinski, drehen durfte. Ich staune, wie viel Technik das Team bei den Außendreharbeiten an einem Thüringer Bahnhof einsetzte. Dafür musste es einen ganzen ICE mieten.

Im Kino sieht man Sie dann...
... 2016 in "A cure for wellness".

Gedrucktes gehört...
... auch zu meinen Hobbys. Zurzeit schreibe ich mit einer Co-Autorin an einem Buch unter dem Arbeitstitel "The smell of rosewood - Der Geruch von Rosenholz". Eine bitter-süße Liebesgeschichte, in der sich eine Studentin in einen Mönch verliebt. Es geht um Vertrauen, Glauben, Verlust, Hoffnung und der Suche nach sich selbst. Die Handlung spielt in Südirland, in Cork. Das Rosenholzimmer hat eine besondere Aura, birgt Geheimnisse und verströmt einen markanten, süßlichen Geruch, der auch einer intriganten Hauptfigur des Buches anhaftet. Die Story hat aber nichts mit der Handlung von "Das Parfüm" oder "Shades of Grey" zu tun, obwohl es einige aufregende Sexszenen gibt. Es strahlt eine eigene Magie aus.

Jetzt müssen wir noch Ihre Rolle als Nonne klären. Im Kloster...
... gab es einen Unfall. 52 Nonnen starben an einer Fischvergiftung. 48 sind beerdigt, die restlichen vier liegen in der Tiefkühltruhe, weil uns das Geld für die Beisetzung fehlt. Das müssen wir Nonnen uns nun auf der Showbühne verdienen.

Das ist aber Gott sei Dank...
... alles nur Theater. Seit 2000 gehöre ich zum Arnstädter Theaterensemble und das Broadway-Stück "Non(n)sens" ist unsere neue Eigenproduktion. Es hat etwas von "Sister Act" und ist sehr lustig. Ich spiele Schwester Robert Anna, die immer ein wenig querschießt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Aber Mutter Oberin erhebt sofort den Zeigefinger. Es ist von allem etwas dabei: tanzen, steppen, singen, Schauspiel. Und es gibt manche Überraschung unter der Schwesterntracht.


Zur Sache:
Das Musical "Non(n)sens" wurde 1984 am Broadway in den USA erstmals aufgeführt. Als sehr unterhaltsame Eigenproduktion des Theaters Arnstadt inszeniert hat es Michael Schneider.
Vorstellungen: 6. und 29. Dezember 2015, 22. Januar, 26. März, 8. April, 21. Mai 2016. Mit Ausnahme des 6. 12. (16 Uhr) beginnen alle Veranstaltungen im Schlossgartentheater Arnstadt 19.30 Uhr.
www.theater-arnstadt.de

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