Besuch bei Moliere

Mensch war Jean-Baptiste Poquelin in Paris, Künstler in Pézénas. Dort allerdings nannte er sich Moliere, unter welchem Namen er wohl bekannter ist. In dem kleinen Künstlerstädtchen lebte er viele Jahre, schrieb dort seine Stücke und nahm sein Pseudonym an. Die Charaktere seiner Nachbarn und Freunde ließ er in seine komödiantischen Theaterstücke einfließen.
Heute ist Pézénas ein Zentrum des Kunsthandwerks und Antiquitätenhandels.
Jedes zweite Haus eine Töpferei, Galerie, Holzschnitzerei oder Sattlerei - meist verbunden mit einer eigenen Werkstatt. Jeder Gebäudeblock in der Altstadt ein Hotel pertublié - ein Bürgerhaus aus der Renaisance: von außen schlicht, aber mit einem prächtigen, schattigen Innenhof. Der Bürger gab sich damals nach außen bescheiden, doch innen zeigte er, was er mit Gottes Gnade erreicht hatte. Viele der Höfe sind zu besichtigen.
Nachdem wir uns dieses wunderschöne Städtchen angesehen hatten, kehrten wir zurück auf unseren Campingplatz, um uns für die Action des Abends zu präparieren.
Jede Touristenstation im Litoral (Küstenstreifen von der Cammargue bis zur spanischen Grenze), die etwas auf sich hält, hat einen: einen täglich abendlichen Rummel. Ob Parc de Loisir oder Kere genannt, er ist ein Muss.
Marseillan Plage hat den Luna-parc. Zwei Mal die Woche zum Familienpreis auf allen Attraktionen, zwei Mal die Woche mit Feuerwerk. Fahrgeschäfte moderner und nostalgischer Art, Wettbewebe im Dart, Bogenschießen, Ringewerfen, Entenangeln, mit Boulekugeln ein rohes Hühnerei auf drei Meter zerdeppern, Losbuden, Seilziehen und mehr. Geöffnet von 18 bis 23.
Kennt ihr die alten Pferderennspiele, bei denen man Bälle in vorgegebene Löcher werfen muss? Je nach Trefferanzahl rücken dann mechanische Pferde vor, bis das Pferd eines der Kontrahenten die Ziellinie erreicht. Jana war begeistert, spielte alleine fünf mal, wurde einmal Zweite und trug einmal sogar den Sieg davon. Das musste natürlich gefeiert werden und zwar auf die janatypische Art mit dem Besuch der Geisterbahn (gleich und gleich gesellt sich gern). Die Wasserrutsche und das Riesenrad mussten wir natürlich auch mitnehmen. Und ich kann euch sagen: In der obersten Gondel des Riesenrades einen Blick auf die untergehende Sonne über dem Mittelmeer zu werfen, das hat was (Anmerkung der Begleiterin: Der samtschwarze Sternenhimmel, den wir in Wahrheit gesehen haben, war auch sehr schön. Und Autoscooter fahren die Franzosen sehr aggressiv - voll auf Kollission. Mein Objektiv donnerte einige Male ans Steuer, Gott sei Dank ist nichts passiert. Gute Technik aus Japan eben!).
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