Flöhe und Pferde

Als wir den Tisch bestellten, sah das Ganze noch so aus...
  Neben den bereits beschriebenen Märkten verfügt Marseillan Plage auch über einen das ganze Jahr geöffneten Flohmarkt. Samstags eher kleiner und sonntags gigantisch. Für Jana ein must have! Flohmärkte in Frankreich (Marché aux puces) unterscheiden sich allein vom Angebot von denen in Deutschland.
Kleider, alte Emaileschilder, Gläser berühmter Bier- und Pastismarken im 6er-Pack (Jana wollte ein originales Oranginaglas, hat aber im Barschrank keinen Platz mehr für sechs), rostige Zangen und Bohrer aus aufgelösten Werkstätten, Motoren unbekannter Herkunft, Betonskulpturen, antike Möbel, Möbel aus gebrauchten Weinfässern und und und. Vor Jahren habe ich einen kupfernen Destilierapperat für Schnaps gefunden und ärgere mich bis heute, dass ich ihn nur deswegen nicht erworben habe, weil ich nicht wusste, wie ich ihn nach Regenland transportiere. - Eine Karriere als Schwarzbrenner ist vor Beginn geplatzt!
Die Verkaufsgespräche an den Ständen sind noch immer von levantinischem Feilschen geprägt. "6 € für dieses antike Stück? Wollen Sie mich ruinieren? Allein der Einkaufspreis betrug 8 €." Oder: "Sollen meine Kinder hungern, weil ich auf einen Wucherer hereingefallen bin?"; "Die anderen Händler würden sich über mich kaputtlachen."; "Niemals dürfte ich wieder nach Hause kommen, wenn ich mehr als 6,50 € bezahle. Außerdem ist das fast das ganze Taschengeld, welches mir meine Frau zugesteht."; "6,50 € abgemacht, weil Sie mir sympatisch sind. Aber erzählen Sie es niemandem weiter."
Solche Verhandlungen können sich über eine Viertelstunde hinziehen. Anschließend geben sich beide Kontrahenten den Handschlag, machen noch ein paar Witze und wenn man Glück hat, holt der Verkäufer eine Flasche Rosé (gut gekühlt) aus seinem Versteck, schenkt sich und dem Käufer ein Glas Wein ein und alle haben Spaß.
Jana indes hat Danas Sommergarderobe um einige hübsche Teile ergänzt. Das weiße Kleidchen mit roten Hibiskusblüten sollte des Abends zum Ponyreiten und anschließendem Dinné eigentlich ausgeführt werden, aber daraus wurde nichts. Das einzige Sommergewitter, das wir dieses Jahr erlebten, machte uns einen Strich durch die Rechnung. Das zwischen unserem Platz und dem Gestüt gelegene Vogelreservat war eine einzige Matschpampe, die so an unseren Sohlen geklebt hätte, dass wir bei jedem Schritt einen Zentimeter gewachsen wären. Da blieb nur, das Reiten zu verschieben. Weil wir aber in dem zum Gestüt gehörenden Restaurant einen Tisch reserviert hatten, sind wir doch hingefahren und Dana durfte Pferde gucken und streicheln.
Ein Vier-Gänge-Menü für 13 € pro Person in einem guten, ganzjährig geöffneten Restaurant, bestehend aus Tapas-Büffet, fünf Hauptgerichten zur Auswahl, Käseplatte und Dessert - ein gelungener Tagesabschluss.
Nur dass Dana sich am liebsten an einen anderen Tisch gesetzt hätte, als sie sah, dass ihre Mama und ihr Holgi zu den Vorspeisen auch Meeresschnecken aßen ("Schnecken? Iiiiih! Die esst ihr doch nicht wirklich?), muss noch als Kuriosum vermerkt werden. Übrigens: Schnecken mit Knoblauchmayonnaise sind sehr delikat.
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2 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 01.09.2011 | 16:48  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 01.09.2011 | 16:49  
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