Funksignal aus der Speisekammer

Lisbeth Schenk hat sich selbst ein Denkmal gesetzt.
Arnstadt: ... | von Joachim Kreckow

Es ist ihre Liebe zum Detail und die lockere Art, Geschichten aus ihrem Leben frei von der Leber weg zu erzählen, was das Buch „Die Amerikaner in unserer
Speisekammer“ von Lisbeth Schenk so lesenswert macht. Die im Jahre 1920 Geborene hat auf Bitten ihrer Tochter Susanne Karbe und der Enkeltochter Esther Hildesheim vieles aus ihrem Leben aufgeschrieben. Beide haben
– als Geschenk zu Schenks 90. Geburtstag – auch die Kosten für die Veröffentlichung getragen.
Lisbeth Schenk berichtet von ihrer Kindheit und Schulzeit in Behringen, von ihrer Berufstätigkeit und ihrem ersten Mann, der in Rußland fiel. Wahre Geschichten erzählt sie auch von ihrem Dorf. „Ich kann mich noch genau
erinnern, als die Amerikaner einrückten und aus unserer Speisekammer eine Funkstation machten“. Auch der spätere Abriss des Schlosses ist ihr noch gegenwärtig.
Nach Tätigkeiten bei Siemens in Arnstadt – hier lötet sie Teile für Bomben –
arbeitet Autorin Schenk in der Gärtnerei Pötschke. Nach dem Krieg heiratet sie ihren zweiten Mann, mit dem sie drei Kinder hat. Neben der Landwirtschaft
betreibt sie in Behringen die Dorfkneipe. Bald darauf kauft das Ehepaar ein altes Haus unterhalb der Alteburg. Für ihre Familie sorgt Lisbeth Schenk
mit ganzer Leidenschaft, häkelt für den Lebensunterhalt. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 2009 verstirbt ein Jahr später ihr geliebter Sohn Volker.
Heute wohnt die betagte Dame in einer kleinen Wohnung in Arnstadt, hat
mittlerweile acht Enkelkinder und drei Urenkel – und ist immer noch sehr vital. Die Leser ihres Buches erleben eine Zeitreise durch rund 90 Jahre. Neben Familiengeschichten erfährt der geneigte Leser viel aus dem Leben in der Region. Beleuchtet wird auch die jeweils politische Situation von der Weimarer Republik über die Diktaturen der NS-Zeit und der DDR bis ins Heute.
Interessierte können das Buch in der Buchhandlung „Im Haus zum Pfau“ am
Markt in Arnstadt bestellen.
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