Ich war jetzt endlich in New York: Dieses Jahr verwirklichte Sebastian Enders seinen Traum von Nordamerika und möchte seine Eindrücke mit anderen teilen

Das Old State House in Boston. (Foto: Sebastian Enders)
 
Sebastian Enders erfüllte sich seinen Traum von Amerika.
“Ich war noch niemals in New York...“ - für Sebastian Enders aus Großbreitenbach gilt das nicht mehr. Seinen Traum von Amerika erfüllte er sich dieses Jahr. Die Weltmetropole besuchte er in zerrissenen Jeans, ein wenig anders als Schlagerstar Udo Jürgens es besang. „San Francisco habe ich nicht geschafft, dafür war ich in Boston“, erzählt der junge Unternehmer lachend. In einer Vortragsreihe will er Menschen für Nordamerika begeistern. Im Gespräch mit Jana Scheiding ließ er seine Reise Revue passieren.

Der Traum vom großen, weiten Land - wie lange währt er schon?
Schon seit meiner Kindheit. Meine Oma musste mir immer alles über das Empire State Building in New York kaufen. Poster, Zeitungen, Modelle. Dieses Gebäude fasziniert mich noch heute. Ich kann mich an ein 3D-Puzzle erinnern, das ich mit 12 bewältigte. Am Ende war das Gebäude 1,07 Meter groß.

Haben Sie erwogen, nach Amerika überzusiedeln?
Das habe ich in der Tat. Leider ist nichts daraus geworden. Ich bin in meiner Heimat zu sehr verwurzelt.

Was fasziniert Sie an den Staaten und an Kanada?
Die Geschichte, die Mentalität der Menschen. (lacht). Mein Leben ist natürlich auch durch die Hollywoodstreifen amerikanisch geprägt. Im Ernst: Mich fasziniert, dass, wer dort eine gute Idee hat und diese mit Fleiß und Hingabe umsetzt, groß herauskommen kann.

Welche Orte haben Sie besucht?
Es war eine Rundreise mit den Stationen New York, Boston, Quebec, Montreal, Toronto, Pennsylvania, Washington und Philadelphia.

Ist New York so überwältigend, wie alle sagen?
Es ist eine aufregende Stadt. Laut und groß. Weit mehr hat mich Boston beeindruckt. Die Hauptstadt von Massachusetts erinnert wegen der vielen gut erhaltenen Backsteingebäude an Hamburg. Bezeichnend für Boston sind die weißen Fensterläden. Die 1630 gegründete Stadt verbindet Altes mit Neuem - Jahrhunderte alte Gebäude stehen inmitten von Wolkenkratzern. Beeindruckend ist auch die „USS Constitution“, das älteste noch seetüchtige Kriegsschiff der Welt und nach Überlieferungen das zweitälteste, das noch im Dienst steht. Die 62 Meter lange Fregatte lief 1797 unter George Washington vom Stapel und führte unter anderem Krieg gegen Frankreich und Tripolis. Heute kann man sie besichtigen und ein Stück Geschichte nachvollziehen.

Welches Buch über Amerika würden Sie empfehlen?
„Das amerikanische Jahrhundert“. Es beschreibt den Aufstieg des Landes zwischen 1898 und 2001, bis zum Anschlag auf das World Trade Center.

Wie steht es mit amerikanischer Musik?
Die begeistert mich auch. Ich mag den amerikanischen Blues und Jazz. In den 50er Jahren wurde die E-Gitarre in den Staaten erfunden. Das ist für mich interessant, weil ich selbst Musiker bin und in einer Band spiele. Hardrock und Modern Blues sind meine Richtung, die Musik von Joe Bonamassa zum Beispiel.

Wie ist Kanada?
Wahnsinnig groß und atemberaubend. Quebec fand ich sprachkulturell sehr interessant. Die Menschen können sich, obwohl sie französisch sprechen, mit Franzosen kaum verständigen. Das liegt daran, dass das so genannte „Quebecer Französisch“ konserviert ist, während sich die europäische französische Sprache ständig weiterentwickelt.

Würden Sie die Amerikaner als gastfreundlich bezeichnen?
Unbedingt! Es gibt dort auch einen anderen Zusammenhalt als hier. Wahrscheinlich rührt das daher, dass das Land aus dem Nichts entstand und sich nur durch den Zusammenhalt einiger Siedler zu dem entwickeln konnte, was es heute darstellt. Diese Loyalität ist bis heute erhalten geblieben. Man ist offen, kommunikativ und hilft sich untereinander.

Welchen Eindruck haben die Amerikaner von den Deutschen?
Einen unheimlich guten. Jeder dritte Amerikaner soll deutsche Ahnen haben. Das erklärt vielleicht auch, dass sie deutsche Traditionen wie das Oktoberfest mögen. Man kommt mit den Menschen schnell ins Gespräch und spürt, dass sie sich für einen interessieren. Ich verstehe die Abneigung gegen Amerika nicht. Da spielen wohl jede Menge Klischees eine Rolle. Und für ihre Politiker können die Amerikaner ja nichts. - Ebenso wenig wie wir.


Nächster Vortrag:
22. Januar 2014, Volkshochschule Arnstadt
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6 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 19.11.2013 | 17:44  
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Renate Jung aus Erfurt | 20.11.2013 | 00:11  
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