Im Gespräch mit Startenor Björn Casapietra

Björn Casapietra brachte es in der klassischen Musik zu Weltruhm. Am 11. Mai gastiert er im Arnstädter Theater. (Foto: Agentur)
"Ich bin so erfolgreich, aber alle wollen nur über meine Hochzeit reden", bedauert Björn Casapietra, kaum hat er in Berlin den Hörer abgehoben. Das klingt zwar ein wenig unbescheiden, doch kann man das dem überraschend frisch und jugendlich wirkenden Künstler nicht übelnehmen. Tatsächlich hat es der 41-Jährige in der Musikbranche weit gebracht und zählt mittlerweile zu den Startenören.
In der Tat sollen am 28. Mai in einem Brandenburger Schloss für Casapietra und seine 17 Jahre jüngere Lebenspartnerin Anne-Sophie Wagner die Hochzeitsglocken läuten.

Ihre Partnerin ist fast 20 Jahre jünger als Sie, Herr Casapietra. Wie wirkt sich der Altersunterschied auf Ihren Beruf aus?

Jedenfalls nicht negativ. Zugegeben, meine zukünftige Frau entspannt sich lieber bei Lady Gaga als bei Pavarotti. Aber sie mag meine Konzerte. Außerdem gibt es so viele andere Dinge, die uns vereinen.

Ihre zweijährige Tochter Stella-Cheyenne zum Beispiel? Ist sie Ihre Muse?

Kann man sagen, ja. Sie ist unser absoluter Sonnenschein. Seit sie auf der Welt ist, hat sich auch in mir allerhand verändert.

Singen Sie jetzt besser als vorher?

So blöd das klingt, aber genau das wird mir immer wieder bescheinigt. Aus dem Kind schöpfe ich Kraft für meine Arbeit.

Sie selbst sind ja mit Kindermädchen aufgewachsen, weil Ihre Eltern, beide prominente Künstler, ständig unterwegs waren. Wie managen Sie Familie und Beruf?

Das werde ich meinem Kind garantiert nie antun. Wenn ich auf Tournee bin, fahre ich nach dem Konzert meist nach Hause. Ist das nicht möglich, dann bin ich höchstens ein, zwei Nächte von zu Hause weg. Wochenlang unterwegs zu sein - das geht einfach nicht mehr.

Kann Klassik heute noch junge Menschen begeistern?

Also, bei mir klappt das. Eine kleine Episode: Nach einem meiner Konzerte traf ich auf zwei junge Mädchen, die von der Atmosphäre, dem Flair ganz begeistert waren. Eigentlich hatten sie nur ihre Großmutter am Veranstaltungsort absetzen wollen.

Hintergrund
• Björn Casapietra wurde am 18. Februar 1970 in Genua (Italien) geboren und heißt mit vollem Namen Björn Herbert Fritz Roberto Kegel Casapietra.
• Casapietra ist Tenor, Moderator, Schauspieler. Er singt klassische, insbesondere italienische Opernarien, aber auch Balladen sowie irische, spanische und italienische Volksmusik.
• C. wuchs bei Berlin auf. Mutter: Sopranistin Celestina Casapietra, Vater: der 1990 verstorbene Dirigent Prof. Herbert Kegel.
• Nach gescheiterten Berufsausbildungen als Beleuchter und Wirtschaftskaufmann brachte es C. als Künstler zu Weltruhm. Bekannt wurde er u. a. durch "Das Phantom der Oper" und den Alfredo in "La Traviata".
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