Invasion der Weihnachtsmänner: Sammlerin Steffi Eckert aus Seibis stellt 160 putzige Gesellen im Rotschnabelnest Reichmannsdorf aus

Die Rentiere bleiben heute mal im Stall. Der Weihnachtsmann fliegt mit moderner Technik.
 
Ab und an ein Tänzchen wagen.
Reichmannsdorf: ... |

Vergangene Woche betrat AA-Autorin Jana Scheiding, nichts Ungewöhnliches ahnend, das Museum "Rotschnabelnest" in Reichsmannsdorf und traute ihren Augen nicht: Sie stand mitten in einer Weihnachtsausstellung. Ist es dafür nicht ein wenig zu spät? Und weil in diesem Moment der Weihnachtsmann um die Ecke bog, musste er sofort ein Interview geben.

Lieber Weihnachtsmann, hast du Weihnachten verpennt? Was tust du denn noch hier?
Ich muss doch sehr bitten. Du weißt wohl nicht, dass für viele Gläubige der 2. Februar traditionell der Tag ist, an dem die Tannenbäume aus den Kirchen geräumt und die Krippenfiguren verpackt werden? Mariä Lichtmess ist das letzte Fest in der Weihnachtszeit.

Stimmt, hatte ich vergessen. Da wir nun einmal hier sind, können wir ein wenig plaudern?
Einverstanden.

Trägst du deinen roten Mantel das ganze Jahr über?
Natürlich nicht. Was sollen die Leute denken? Ich habe mir einen neuen Mantel anfertigen lassen. Wuschelweich mit Pelz und passenden Hosen. Der sieht gut aus und hält warm. Eisblau ist zurzeit modern.

Was macht der Weihnachtsmann außerhalb der heißen Phase?
Nun, ich spiele in einer Band und muss meine Stimme ölen. Ich liebe nämlich Westernmusik und darf öfter im Saloon auftreten.

Dann machst du wohl gleich Urlaub in den Staaten?
Urlaub mache ich inkognito in der Karibik. Dort ziehe ich meinen grünen Bastrock an und setze die Sonnenbrille auf, damit mich niemand erkennt. Keine Fragen nach Geschenken, keine Autogramme – herrlich.

Hast du eine Badehose?
Rosa geblümt, willst du sie mal sehen? Damit liege ich am Strand und wackele mit den Zehen.

Aha, und das nennst du dann sportliche Betätigung?
Du hast offenbar meinen Hüftschwung beim Hula-Hoop noch nicht gesehen. Darin bin ich Meister. Was auf mein Golfspiel leider nicht zutrifft.

Du spielst Golf? Welches Handicap?
Ein großes. Ich habe noch keinen einzigen Abschlag hinbekommen.

Das tut mir leid. Hast du jemanden, der dich tröstet?
Meine Frau. Sie strickt zwar ununterbrochen, leistet mir aber Gesellschaft. Übrigens habe ich auch Kinder. Bin ja viel in der Welt unterwegs. Vor einigen Jahren hatte ich ein Tête-à-Tête mit Snegurotschka in Russland, der Gehilfin von Großväterchen Frost. Alles andere ist privat.

Im Gegensatz zu Russland liegt hier kaum Schnee. Wie kommst du mit dem Schlitten voran?
Als moderner Weihnachtsmann fahre ich Motorrad.

Wie finanzierst du das - du bist doch nur Saisonarbeiter?
Ich habe einen Nebenjob als Glücksbringer. Dann schlüpfe ich in meine Schornsteinfegerkluft und remple im Kaufhaus die Leute an. Die haben dann meistens Glück und bekommen den Ruß wieder aus den Sachen.

Dass der Weihnachtsmann ein derart bewegtes Leben hat, ist uns vollkommen neu. Vielen Dank für das Interview.


Zur Sache:
Bis Mitte Februar stellt das Museum "Rotschnabelnest" in Reichmannsdorf bei Saalfeld etwa 160 Weihnachtsmänner der Sammlerin Steffi Eckert aus Seibis in Ostthüringen aus.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 13 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung.
Kontakt: 036701/30054, rotschnabel@t-online.de
www.rotschnabelnest.de

Wer Gegenstände sammelt und diese gern ausstellen möchte, nehme mit dem Museum Kontakt auf. Dort gibt es pro Jahr etwa vier Sonderausstellungen. Bisher wurden unter anderem Schneekugeln, Osterhasen, Schafe, Esel, Glocken, Frösche, Zwerge und Miniaturen von Sammlern aus Thüringen und anderen Bundesländern ausgestellt.
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Renate Jung aus Erfurt | 14.01.2016 | 23:37  
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