Macht euch auf die Socken! Ilm-Kreis feiert Kirmes

Wann? 05.11.2011 20:00 Uhr

Wo? ..., Martinroda DE
Martinroda: ... | Jetzt ist wieder Kirmeszeit – viele Dörfer und Gemeinden feiern mehr oder
weniger intensiv ihre Kirchweih. Kirchweih? Kirmes? – Was ist das eigentlich? Vielen Menschen in den Städten ist nicht mehr bewusst, wie Getreide, Obst und Gemüse reifen und geerntet werden. Das war früher anders. Als noch viele Menschen auf dem Lande arbeiteten, gab es auch viele Erntebräuche. Nach
dem Einbringen der letzten Früchte dankte man Gott für eine gute Ernte und für das gute Wetter. Dabei überreichten die Mägde und Knechte dem Dienstherren und seiner Familie Geschenke. Anschließend feierte man ein Fest, bei dem gesungen, getanzt und gespielt wurde.
Noch heute ziehen in einigen Gegenden Deutschlands schön geschmückte „Erntedankzüge“ durch die Straßen. Auf den von Pferden oder
Traktoren gezogenen Wagen liegen Getreide, Früchte und Gemüse. Kinder und
Erwachsene ziehen oft alte Trachten an und zeigen einige der alten Erntebräuche. Oft bindet man aus Getreidehalmen schwere Erntekränze und -kronen.
Auch in der Kirche gab es schon früh Erntedankfeste, aber erst im 19. Jahrhundert wurde dieses Ereignis in Preußen ein offizieller Festtag. Normalerweise feiert man diesen Tag am ersten Oktobersonntag. Dann
schmückt man die Kirchen mit vielen bunten Sachen aus der Natur. Gemeinsam
lobt man Gott, der das Leben schenkt und erhält. Und man denkt neu nach über die oft gedankenlos benutzten Worte: „Gott sei Dank!“
Auch im Ilm-Kreis wird in vielen Gegenden Kirmes gefeiert. Mit alten Bräuchen,
die sich von Ort zu Ort unterscheiden. Altenburg begeht eine nunmehr 264-jährige Tradition. Beim Ständchen tragen die Kirmesburschen eine Art Kapitänsmütze. Aus welchem Grunde, vermag heute niemand mehr zu sagen.
Wahrscheinlich stammt dieser Brauch aus den Sechzigerjahren.
In Oehrenstock tanzen die Kirmesburschen vor jedem (!) Haus mit den darin
wohnenden Frauen. In Herschdorf tragen die ledigen Frauen blaue Kleider.
Auch werden dort Männer- und Jugendkirmes getrennt gefeiert.
In Frauenwald werden die Frauen von den Kirmesburschen abgeholt und marschieren dann als Paare durch das Dorf. In Plaue gibt es am Kirmessamstag das traditionelle Preiswettschießen und Großbreitenbach lädt am Kirmesmontag
zum Schweinskopfessen ein.
Martinroda feiert seine Kirmes über zwei Wochenenden mit Kirmestanz, Strohbär und allerlei Gaudi. Am kommenden Samstag wird zum Sockenball eingeladen. Dieser Brauch, so sagt Manuel Barfuß vom Kirmesverein
Martinroda, stammt wahrscheinlich aus Kriegszeiten, als es keine „guten“ Schuhe gab. Der damalige Bürgermeister habe entschieden: „Alle sollen fröhlich sein. Und wer keine guten Schuhe hat, kommt eben in Socken!“
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