Nurija tanzt: Eine junge Frau aus Saalfeld erobert die Welt mit Hüftschwung

  Saalfeld/Saale: ... |

Nurija tanzt und tanzt. Ihre Bewegungen sind anmutig. Beim Drehen klimpern kleine Goldmünzen an ihrem Kostüm. Sonnenstrahlen brechen sich in den Pailletten. Passanten betrachten Nurija neugierig. Ihre Blicke fragen, was die junge Frau mitten im Winter bauchfrei vor dem Hohen Schwarm in Saalfeld wohl treibt.

Nurija ist Bauchtänzerin und lässt sich von Publikum nicht aus der Ruhe bringen. "Im Gegenteil. Zuschauer motivieren mich", sagt sie lächelnd und nimmt eine kokette Pose ein. Menschen, die ihren Tanz bewundern, traf die 32-Jährige auf der ganzen Welt. In allen Religionen. Zwischen 2008 und 2010 bereiste sie 17 Länder. Sie tanzte mit den Stämmen der Massai und zog hebräisch singend nach Israel. Verdiente ihr Brot mit Tanzen und Gesang. Es gab Angebote vom israelischen Fernsehen und von Bollywood. Doch Nurija, die offiziell Elisabeth Dotter heißt, wollte immer wieder zurück ins heimische Saalfeld. Hier liebt sie ihr Leben als Psychologin und angehende Familientherapeutin.
"Nurija ist arabisch und bedeutet 'Licht Gottes'. Meine Schüler gaben mir diesen Namen", erklärt die Tänzerin.

Nurija Dotter: "Der Tanz veränderte mein Leben!"


Im Leben von Nurija gab es eine von Unwuchten geprägte Zeit. "Als ich 11 war, starb mein Vater und ich war lange Zeit am Boden zerstört", erzählt sie. "Ich konnte mit dieser Trauer nicht umgehen. Um mich aufzuheitern, flog meine Mutter mit mir nach Spanien in den Urlaub. Über die Straße von Gibraltar unternahmen wir einen Ausflug nach Marokko. Es war meine erste Reise ins Ausland und in den Orient. Es war schön, aber über die Trauer half mir das nicht. Plötzlich sah ich diese Bauchtänzerin. Ich war fasziniert. Das Bild hat mich nie mehr losgelassen."
Einige Jahre später fliegen Mutter und Tochter in die Türkei. Auf einer Tanzveranstaltung holt die Solotänzerin Nurija aus dem Publikum ins Rampenlicht. Nurija lacht bei der Erinnerung an damals. "Meine Mutter erkannte mich nicht wieder und die Leute am Tisch fragten mich, ob ich schon lange Bauchtänzerin bin."
Dieses Erlebnis verändert Nurijas Leben schlagartig. Und entscheidend. "Ich erwachte plötzlich aus meiner Lethargie und wusste, dass ich Bauchtanz lernen wollte."
Mit 16 belegt sie Kurse an der Volkshochschule und darf schon bald mit den erfahrenen Tänzerinnen auftreten. "Bauchtanz bringt Beweglichkeit, Schwung und Kraft in Körper und Geist", erklärt Nurija. "Der Tanz ist wie der Rhythmus des Lebens. Wenn ich tanze, spüre ich ihn und vergesse vor Freude Raum und Zeit."

Nichts für Männer? Mitnichten!


Die fließenden Bewegungen gehören zu den ältesten der Menschheit. Früher galt der Bauchtanz als Fruchtbarkeitstanz, in dem sich Männer und Frauen einander näherten. Die Emanzipation in Europa kickte in den 1960er Jahren die Männer aus diesem Tanz, weil ihn die Frauen für sich allein beanspruchten. „Heute beweisen herausragende Tänzer, dass sich die Zeiten geändert haben. Männer aus allen Berufen und Regionen finden zum Bauchtanz zurück.“
Mit 20 reist Nurija zum ersten Mal durch Indien, wo Bauchtanz seit Jahrhunderten zu Religion und Gesellschaft gehört. "Dort lernte ich verschiedene Tanzstile, außerdem Yoga und Meditation. Indien fasziniert mich bis heute. Mein jüngster Besuch liegt erst wenige Tage zurück. Die dort gelebte Spiritualität und Vielfalt geben mir Anregungen für meine Arbeit und Ideen für mein Projekt ‚Spektrum Herz‘. Damit unterstütze ich Menschen darin, ihr Gefühl wiederzufinden und stärke das Vertrauen in unser ureigenes Gespür.“


Zur Person:
Nurija (Elisabeth) Dotter, Jahrgang 1982, ist geprüfte Tanzlehrerin. Sie genoss eine Grundausbildung in Folklore, Ballett, Kindertanz und Körperschulung. Ihr Repertoire reicht von Capoeira bis Walzer. Zurzeit unterrichtet sie Bauchtanz, Yoga und Meditation. Monatlich referiert sie über den Umgang mit dem Tod, Enttäuschung und anderen Lebensthemen und hält Reisevorträge.
Europaweite Seminare zu Stressbewältigung, Motivationstraining, Kommunikation
Unterricht: Bauchtanz jeden Mittwoch, 19.30 Uhr (Apotheke von Hirschhausen, Saalfeld).
Meditation jeden Dienstag, 19.30 Uhr, nach Absprache
Termine: 13. Februar , 18.30 Uhr Vortrag „Malerei im Hirn – wie ich mich selbst enttäusche“ (Apotheke Obere Straße 1A, Saalfeld)
27. Februar, 18.30 Uhr: Vortrag „Tod – und danach?“ (Apotheke)
20. März, 18.30 Uhr: Vortrag „Zweifel – ein unentdecktes Potenzial“ (Apotheke)
Kontakt: 0152/55817543 oder spektrumherz@gmail.com

www.spektrumherz.de
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