Pure Emotion: Die STÜBAphilharmonie aus Thüringen eröffnet am Freitag das Kunstfest in Weimar

 

Klassische Musik mit elektronischen Einflüssen - diese Kombination nennt die STÜBAphilharmonie aus Thüringen Orchestronik. Dazu Licht- und Videotechnik - das Gesamtkunstwerk ist ein Feuerwerk für die Sinne. Auf www.stueba.de kann man schon mal in den Genuss einer sinnlichen Kostprobe gelangen...

Wenn die STÜBAphilharmoniker leise zu spielen beginnen und der Erfurter Sänger Clueso einsetzt, zum Beispiel mit "So sehr dabei", dann ist der Raum plötzlich voller Emotionen. Klassische Orchestermusik und Songs des Thüringer Rappers und Songwrithers in einem Stück - das produziert eine Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann. Das Orchester versteht es aber auch ohne Sänger, sein Publikum zu faszinieren.
Stüba gibt es seit etwa zwei Jahrzehnten. Das Ensemble entstand aus der lockeren Verbindung junger Leute, die gemeinsam musizieren wollten. Unter ihnen der Trompeter Jens Kobe, der sich dachte, dass das, was da entsteht, die Öffentlichkeit interessieren könnte.
Heute ist klar: Kobe hatte eine gute Nase. Stüba ist inzwischen ein Verein. Offen für neue Musiker, neue Musikrichtungen, Innovationen. "Es herrscht ein Kommen und ein Gehen, das macht die Sache interessant", findet Vereinschef Kobe. Mittlerweile ist der Klangkörper auf etwa 80 Personen angewachsen. Wenn alle miteinander musizieren, ist das sehr beeindruckend.
Zurzeit weilt das Ensemble im Probenlager bei Sonneberg, um sich auf das diesjährige Sommerprojekt vorzubereiten. Das steht unter dem Titel "Orchestronik - Visionen im Klangraum" und ist eine Kombination aus klassischer und elektronischer Musik. Mit dem Konzert eröffnet die STÜBAphilharmonie das Kunstfest in Weimar. Ein weiteres Konzert findet am Sonntag in Ilmenau statt.
"Zum ersten Mal wird Musik ergänzt durch Licht- und Videotechnik, beides auf die Kompositionen abgestimmt", erklärt Jens Kobe, der im Orchester Trompete spielt.

Das Orchester sitzt mitten in der Projektion - hinter einem Gazevorhang


200 Konzertminuten für die Sinne. Das große Thema ist die Entstehung der Welt. "Wir haben Gäste aus Bosnien eingeladen. Außerdem syrische Flüchtlinge - Musiker vom Staatsorchester Damaskus, die aus ihrer Heimat fliehen mussten."
"Materia" und "Aufbruch" sind die musikalischen Klammern des Abends. Dazwischen liegen viele kleine Stücke unterschiedlicher Komponisten, angereichert mit orientalischen und osteuropäischen Einflüssen der Gäste. "Es ist ein Experiment, auf das wir uns gern eingelassen haben", sagt Jens Kobe. "Wir wollen unserem Publikum eine ungewöhnliche, unterhaltsame Musik bieten." Ausgefeilt sei auch die Dramaturgie: "Das Orchester sitzt hinter einem halbdurchlässigen Gazevorhang, sozusagen mitten in der Projektion. Das ist sehr eindrucksvoll."
Begeistert ist Kobe von der internationalen Besetzung, weshalb im Orchester englisch und deutsch gesprochen wird. "Die Menschen zu sehen, wie sie gemeinsam Musik machen, an einem Ziel arbeiten, das finde ich großartig. Ich denke, über Integration sollte man nicht immer nur reden, man sollte es einfach tun."


Hintergrund:
"Musik sehen, Farben hören, Licht fühlen" heißt das Konzept der STÜBAphilharmonie 2015
Es ist eine Mischung aus populärer, klassischer und elektronischer Musik.
Die STÜBAphilharmonie besteht aus professionellen und semiprofessionellen Musikern, die seit 17 Jahren gemeinsam konzertieren. Auch die Kinder der Musiker sind schon mit dabei.
Neben jährlichen Orchesteraufführungen gehören musikalisches Puppentheater, Workshops für Schüler und soziale Projekte zum Angebot.
In der Musikszene kennt man Stüba durch die Kooperation mit dem Sänger Clueso.
Musiker, Regisseur, Dirigenten und junge Komponisten erarbeiten ein musikdramaturgisches Konzept, das Klassikkenner und Elektrofreaks gleichermaßen ansprechen will. Zum Gesamtkunstwerk werden die Konzerte durch für die Komposition entwickeltes Video- und Lichtdesign von Dirk Rauscher und Johannes Glöde (beide aus dem Clueso-Team).
Neben Gästen aus Bosnien werden dieses Jahr syrische Musiker integriert, deren musikalische Einflüsse in die Komposition aufgenommen werden.
Stüba will jungen Komponisten Möglichkeiten bieten, neue und eigene Wege zu gehen und mit einem Sinfonieorchester zusammenzuarbeiten.
Das experimentelle Musikprojekt bindet Flüchtlinge aktiv in die Vereinsarbeit ein - als öffentliches Zeichen für Willkommens- und Anerkennungskultur.

Termin:
21. August, 19.30 Uhr, Neue Weimarhalle Weimar (Eröffnung Kunstfest)
23. August, 19.30 Uhr, Festhalle Ilmenau
Informationen:
www.stueba.de
www.facebook.com/stueba
www.kunstfest-weimar.de
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