Rotkäppchen im Feierrausch!

Eigentlich wollten wir heute Kultur machen, haben aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Wir fuhren zunächst 30 Kilometer nach Béziér, der Geburtsstadt von Paul Riquert - dem Mann, der für Louis quatorze (Ludwig XIV) den Canal du mídí baute, welcher das Mittelmeer mit der Stadt Toulouse verbindet. Allein in Béziér musste er neun Schleusen installieren.
Unser Plan war, mit der Touristenbahn zu fahren. Die Abfahrtszeiten hatte ich vorher im Internet gecheckt. Und dann war alles anders. Das größte (und einzige mir bekannte) Parkhaus der Stadt gesperrt, die ganze Altstadt eine Umleitung und vor der Arena Musikanten. Es war Ferria - Stierkampf.
Der Bus fuhr nicht, was natürlich nicht angeschrieben war und uns eine halbe Stunde Zeit kostete. Die Schleusen, die ich Dana zeigen wollte (man hat als ausgesuchter Onkel ja einen Bildungsauftrag) mussten wir uns daher schenken.
Dagegen Fiesta! Musik auf fünf Bühnen.
Also doch noch Kultur. Wie schön! Wir erlebten afrikanische Musik und verschiedene Volkstanzgruppen, darunter bunte Burmesen. Ach ja, den Soundcheck einer Gruppe auch. Wer trat allerdings zu Zeiten, da wir wieder zuhause sein mussten auf? - Collectif Métissé! Die schienen uns zu verfolgen.
Vom Feuer der Ferria verfolgt - deren Farbe Rot ist - haben wir uns alle drei eine rote Baskenmütze gekauft (Anmerkung einer der Mützenträgerinnen: Leider hat Dir Deine Mutter verboten, die rote Baskenmütze aufzusetzen).
Ohne meine schwarze Mütze kennt mich wie im ersten Beitrag geschrieben (auch in Erfurt) niemand. Aber Rot, die Farbe der Katalanen, hat auch was. Und ich hatte sie seit der Rückkehr sogar in Regenland auf (Anmerkung: Dann aber bestimmt nicht im Saarland!).
Auch wenn ich mich jetzt bei vielen in die Nesseln setze. Ferria ist das Fest um den Stierkampf! Man muss den blutigen Stiekampf nicht unterstützen. Ich habe ihn bis heute boykottiert. Aber wer heute sein Schnitzel mit 0,99 € bezahlt, hat kein Recht, ein Verbot zu fordern. Wer wissend über die Quälerei der europäischen Massentierhaltung für unser tägliches Fleisch kein Vegetarier wird, soll über das freie Leben der Kampfstiere schweigen. Unser Schnitzel wächst in wenigen Monaten heran, ohne jemals das Licht der Sonne zu sehen.
Der Stier ist drei Jahre der König der Weide. Wie gesagt, ich befürworte den Stierkampf nicht, aber ich verachte wohlfeile Bigotterie.
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3 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 08.09.2011 | 18:48  
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Holger Greilach aus Erfurt | 08.09.2011 | 22:20  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 09.09.2011 | 12:50  
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