So ein Theater!

Eine Szene aus der Eigenproduktion des Theaters, "Schneeweißchen und Rosenrot". (Foto: Dietmar Mansfeld)
„Theater muss sein! Wir können nicht auf einen Ort verzichten, an dem Kreativität organisiert wird.“ – So sprach einst der frühere Bundespräsident Johannes Rau. Diese zutiefst wahre Aussage will nicht so recht zum Arnstädter Haushalt für das kommende Jahr passen. Der städtische Etat verlangt Einsparungen an allen Ecken und Enden – davon ist der Kulturbetrieb der Puppenstadt mit Tierpark „Fasanerie“, Bibliothek, Bach-Festival, Theater und diversen Veranstaltungen leider nicht ausgenommen.
1,8 Millionen Euro investierte Arnstadt dieses Jahr in die Kultur, wovon 285 000
Euro an das Theater im Schlossgarten gingen. Diese Summe wird 2014 definitiv
gekürzt, tönt es aus dem Rathaus. Inwieweit der Betrag X innerhalb des Kulturbetriebes aufgeteilt wird, ist noch vollkommen unklar. Theaterintendant Michael Schneider hat seinen Bedarf von 240 000 Euro für das kommende Haushaltsjahr bereits angemeldet. Was die Stadt nicht aufbringen kann, wird zunehmend durch Sponsoren gestemmt. Die Gemeindeverwaltung Amt
Wachsenburg stiftet einen Euro pro Einwohner, weil ihr das Theater wichtig ist. „Der finanzielle Löwenanteil fließt in Heizung, Reparaturen, Anschaffungen, Wartungsarbeiten und Lohnkosten. Erst dann kommt die Kultur, die sich zunehmend selbst trägt“, sagt Schneider und fügt hinzu: „Jede Eintrittskarte wird mit 10 Euro bezuschusst. Wir liegen damit weit unter dem Bedarf großer deutscher Häuser wie Semperoper oder Gewandhaus, wo der Zuschuss
bei 100 Euro ansetzt.“
Allerdings kann Theater nicht nur durch Sponsoring und Zuschüsse getragen
werden. Es lebt in erster Linie von den Besuchern. Bei einer Werbetour lehnte ein Mann die Drucksachen der Kulturstätte ab mit den Worten: „Danke, ich hab‘ zu Hause genug Theater.“ Solche Sprüche machen den Intendanten wütend. „Es nützt nichts, dass die Arnstädter es toll finden, wenn bestimmte Künstler hier gastieren, sie dann aber den Abend im Couchsessel verbringen. Ausreden
gibt es ja genug: das Wetter, die Glätte, Dunkelheit. Nur darf man sich dann nicht
wundern, wenn Kulturstätten pleite gehen.“
Trotzdem hat Michael Schneider Grund, stolz zu sein: 21 000 Gäste besuchten
sein Haus in der letzten Spielzeit. Auf diese Zahl bauen kann er allerdings
nicht. „Man weiß vorher nie, was gut laufen wird“, sagt er. „Mal sind es Lesungen, mal das Kabarett oder die klassischen Stücke.“ So kann er nur hoffen, dass sein Potpourri aus Schauspiel, Oper, Operette, Kabarett und Musical, Konzerten und Kleinkunst beim Arnstädter Publikum ähnlichen Anklang
findet wie in der vergangenen Spielzeit.

TERMINE
Höhepunkte der Spielzeit 2013/14:
25. 12. The 10 Sopranos
26. 12. „Schneeweißchen und Rosenrot“ – Eigenproduktion
31. 12. Silvesterkonzert mit der Jenaer Philharmonie
12. 1. 2014 Konzert mit City
18. 1. 3. Arnstädter Irish-Folk-Nacht
19. 1. „Rentner haben niemals Zeit“ mit Herbert Köfer und Ingeborg Krabbe
24. 1. Don-Kosaken-Chor
15. 2. „Dancing Queen“ – die ABBA-Show
7. 3. Lesung mit Franziska Troegner und Jaecki Schwarz
15. 3. „Der Biberpelz“ von Gerhart Hauptmann
20. 3. Uwe Steimle
4. 4. Baumann & Clausen
18. 4. Kabarett „Leipziger Pfeffermühle“
19. 4. „Die lustige Witwe“

Infos: www.theater-arnstadt.de
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2 Kommentare
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 19.12.2013 | 21:04  
12.761
Renate Jung aus Erfurt | 20.12.2013 | 02:12  
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