Wer A sagt, muss auch B - Z sagen Jeden Monat treffen sich Kunstliebhaber in Kristian Körtings Kunsthof an der Saale

Kristian Körting spielt unter anderem mehrere Flöten, Gitarre und Saxophon.
Als Kristian Körting seine Töpferausbildung absolvierte, hätte er nicht im Traum daran gedacht, eines Tages seine Brötchen als Gastronom zu verdienen. Doch im Leben kommt so vieles anders, als man denkt.
1950 eröffnet Körtings Mutter ihre kleine Töpferei in Saalfeld. Selbstverständlich steigt Sohn Kristian später mit ein. 1980 kauft er einen Fachwerkhof in Remschütz und richtet in der Florian-Geyer-Straße seinen Kunsthof ein. Keramik ist zu DDR-Zeiten sehr gefragt und so laufen die Geschäfte glänzend. Bis zum Tag der Währungsunion. "Über Nacht brach uns dieser Markt weg", erinnert sich Kristian Körting. Was bleibt, reicht weder zum Leben noch zur Unterhaltung des Hofes. "Wir hatten zwei Möglichkeiten: Aufgeben oder Weitermachen." Und da sich die Familie für Letzteres entscheidet, sind neue Ideen gefragt. Wenig später schlägt die Geburtsstunde des Cafés im Kunsthof - direkt am Saaleufer.
Kunst und Lebensunterhalt zu verbinden, versteht Kristian Körting bis heute. Künstler ist man schließlich ein Leben lang. In seiner Werkstatt unterrichtet er Kinder und Erwachsene im Töpfern. Allein in seinem Atelier malt Körting Aquarellbilder oder musiziert.
Höhepunkt im Kunsthof ist seit 2010 der Künstlerstammtisch. "Wir sind kein Verein, sondern eine lockere Interessengemeinschaft", betont Kristian Körting, dem zum Stammtisch jeder willkommen ist. Wobei sich dieser weniger aus Künstlern, sondern vielmehr aus Kunstliebhabern zusammensetzt. Einmal im Monat trifft man sich zum Kunstgeplauder. Meistens wird zur Einführung etwas vorgetragen. "Mit unserem Themenfahrplan richten wir uns einfach nach dem Alphabeth", erzählt Körting, der in mehreren dicken Ordnern alles abgeheftet hat, worüber seit dem 4. März 2010 diskutiert wurde. "Zur Premiere waren zwei Musiker mit ihren fünf Meter langen Alphörnern angerückt", erinnert sich der Gastgeber. Der "C"-Stammtisch drehte sich um Alexander Calder, der Mobiles baute, die scheinbar nicht der Schwerkraft unterlagen. Bei "H" ging es um Holzschnitte. "N" thematisierte Novalis und die Nasenflöte und "P" Picassos Frauen. Kristian Körting und seine Mitstreiter mögen die lockere Atmosphäre bei den Gesprächen über Wissenschaft, Literatur oder Musik.
Im März steht der erste Stammtisch des neuen Jahres an und man ist wieder bei "P" angelangt. "Diesmal geht es um Preußen im Allgemeinen und Adolph von Menzel im Besonderen", verrät Körting. Menzel wurde bekannt durch seine historisierenden Darstellungen Friedrich des Großen - auch alter Fritz genannt. Wer zu diesem oder zu anderen Stammtischen einen Beitrag leisten möchte, reiche ihn bei Kristian Körting ein. Auf die Einsendungen zum Buchstaben "Q" im April ist er schon sehr gespannt.

Zur Sache:
Nächste Stammtische am 13. März, 10. April, 8. Mai, jeweils 20 Uhr.
18. April, 18 Uhr, Osterfeuer am Kunstufer
10. Mai, 9 Uhr, Grünzeugbörse
Infos: www.koerting-art.de
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 29.01.2014 | 00:50  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 29.01.2014 | 13:54  
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