"Wirbelzauber" aus Arnstadt tanzt in Erfurts Michaeliskirche für Familien in Not

Bei der Tanzgruppe "Wirbelzauber" geht es temperamentvoll zu.
 
Impressionen aus der Probe in der Volkshochschule Arnstadt.
Arnstadt: Allgemeiner Anzeiger |

Mit wirbelnden Röcken Menschen verzaubern - das will die Tanzgruppe "Wirbelzauber" aus Arnstadt. Diesen Freitag wirbeln die Frauen für ein Benefizkonzert in der Michaeliskirche Erfurt. Der Erlös geht an Familien in Not.

Conny Steger mag es bunt und zeigt das auch. Nur selten ist die temperamentvolle Arnstädterin ohne auffällig gemusterte Tücher, Röcke oder Hüte unterwegs. Ihre Affinität zur Vielfarbigkeit ist aber auch im übertragenen Sinn zu verstehen. Steger unterstützt nicht nur die Integration anderer Kulturen in Thüringen, sie lebt Integration. "Die Welt ist global, irgendwie sind wir doch alle Nachbarn", lautet ihr Credo. "Im Gegensatz zu vielen Deutschen sind andere Menschen ihren Traditionen sehr verbunden", hat sie festgestellt. Immer steckt die Tanz- und Bewegungslehrerin mit ganzer Leidenschaft in Projekten, die Kulturen verbinden. Unter anderem gibt sie Trommelkurse und weckt in anderen Menschen die Freude am Tanzen.

Jede Frau kann ihre Kultur einbringen


Seit vier Jahren leitet sie die Tanzgruppe "Wirbelzauber", die sich mit fast allen Tänzen dieser Welt beschäftigt. Die Gruppe besteht nur aus Frauen, ab 12 Jahren kann jede mitmachen und ihre Kultur einbringen. "Uns geht es nicht um Perfektion, sondern um den Spaß an Bewegung. Und natürlich darum, andere Kulturen kennenzulernen", erklärt Steger. So wird in ihren Kursen nach afghanischer, iranischer, russischer, jüdischer, afrikanischer oder nach Art der Roma getanzt. Für den Gruppennamen "Wirbelzauber" hat Conny Steger eine ganz einfache Erklärung: "Mit unseren weitschwingenden Röcken und bunten Tüchern wollen wir die Menschen verzaubern. Insbesondere beim Flamenco kommt diese Kleidung besonders zur Geltung."

Tatiana Goiman: Beim Tanzen können wir unsere Seele zeigen


Für die Frauen ist das ein Ausgleich zu ihrem Alltag. "Ich freue mich auf jeden Mittwoch, denn da können wir unsere Seele zeigen", verrät Tatiana Goiman. Zur Wochenmitte treffen sich die Frauen in der Volkshochschule Arnstadt zum gemeinsamen Tanzen. Die dunkelhaarige Frau aus Moldawien ist studierte Kunstlehrerin und hat hier eine Anstellung als Horterzieherin gefunden. "Ich bin sehr glücklich damit. Mein Tag gehört den Kindern, aber der Mittwochabend gehört mir", erzählt sie lächelnd und in sehr gutem Deutsch.
Heute ist wieder Mittwoch und im Kurs von Conny Steger ist gerade Pause. In wenigen Minuten nehmen die Frauen erneut Aufstellung vor der großen Spiegelwand, um möglichst synchrone Bewegungen einzustudieren.
Weil Conny Steger keine halben Sachen mag, legt sie sich auch für "Wirbelzauber" ins Zeug. "Wir beschäftigen uns nicht nur mit den Tänzen vieler Länder, sondern auch mit den Ländern."

Nicht Tänze, auch Kultur anderer Länder kennenlernen


Zu diesem Zweck lädt sie Künstler aus Afrika, Indien und anderen Nationen ein, um gemeinsame Workshops und Seminare zu veranstalten. "In unseren Tänzen geht es oft um Gleichberechtigung, denn viele Männer verbieten ihren Frauen, zu tanzen", macht Conny Steger auf die Unterdrückung von Frauen aufmerksam. Und rauscht mitsamt ihren Röcken zum Spiegel. Aus der Musikanlage ertönt wohlklingende, fremdländische Musik. In diesem Tanz namens Zambra geht es darum, wer das schönste Tuch gemacht hat und deshalb wird ordentlich damit herumgewirbelt.
Dass heute intensiver getanzt wird als sonst, hat seinen Grund. Conny Steger und ihre Schülerinnen trainieren für eine Benefizveranstaltung in der Michaeliskirche Erfurt. "Es steht uns allen gut zu Gesicht, nicht nur an uns selbst, sondern auch an andere Menschen zu denken", meint Steger. "Deshalb tanzen wir für Familien in Not."

Termin:
Benefizveranstaltung für Familien in Not: 13. Mai, 17.30 Uhr, Michaeliskirche Erfurt.
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