Ansichtssache: Das Faschings-Gen

Manche sehen den organisierten Frohsinn halt nur sportlich...
Arnstadt: ... |

Ich bin Fan des organisierten Frohsinns, dessen Höhepunkt 2015 gerade vorüber ist.

Als Kind mochte ich die Funken des Kölner Karnevals. Die Mädchen nannte ich Funkelmariechen, weil die Uniformen so schön funkelten. Heute bin ich stolz auf meine Tochter, die in der Garde tanzt und in ihrem Kostüm prächtig aussieht. Dem Karnevalstanz kann sie wohl nur die sportliche und nicht die fröhliche Seite abgewinnen. Bei der Meisterschaft fragte ein Punktrichter, ob das Kind in der ersten Reihe zum Tanzen gezwungen wird und hätte beinahe einen Punkt abgezogen.

Neulich in der Festsitzung des Vereins hatte ich meine Gesichtszüge auf Dauergrinsen und die Patschehändchen auf Klatschen programmiert. Ich sang lauthals mit und hottete mit den anderen Gästen um den Tisch. Mit seiner todernsten Miene stach mein Kind aus den Gardemädchen hervor und schüttelte den Kopf über die ausflippenden Alten. Die sind doch nur noch peinlich. Doch ich ließ mich nicht beirren und überlegte, wie ich dem Kind das Faschingsgen nachträglich einpflanzen könnte.

Neulich auf der heimischen Couch. Im Fernsehen lief eine Faschingssendung. Da begann das Kind plötzlich zu schunkeln, riss die Hände in die Höhe, klatschte den Aktiven Beifall, jubelte, was das Zeug hielt, amüsierte sich über Bütten und Sketche. Ich konnte meine Tochter nur erstaunt von der Seite ansehen - ich erkannte sie nicht wieder. Geht doch! Was bin ich froh, dass ich keine Genmanipulation betreiben muss.
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 20.02.2015 | 17:56  
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Hans-Gerd Born aus Erfurt | 26.02.2015 | 11:58  
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