Das Auge trinkt mit: Daniele Tietze macht bei Herzgut die Verpackung

Daniela Tietze mit den von ihr entworfenen Verpackungen für Milch (links) und Buttermilch.
Saalfeld.

“Cooles Design“, sagt eine junge Frau im Supermarkt zu ihrem Begleiter und zeigt ihm eine Packung Milch. Der stimmt zu, doch viel wichtiger ist ihm, dass die Milch nicht durch die gesamte Republik gereist ist, sondern sozusagen vor der Haustür produziert wurde.

Daniela Tietze ist Verpackungsdesignerin in der Herzgut Landmolkerei Rudolstadt und empfindet, wenn sie Zeuge einer solchen Situation wird, ein Glücksgefühl. Die „coole“ Verpackung mit dem roten Herzen, dem satten Grün und einer silbrig schimmernden Milchkanne ist ihre Idee.

Die Vorgabe lieferte das Firmenmanagement: Rot-weißes Herz inmitten von Naturelementen. Nicht quietschig, nicht schrill, dezent soll es sein. Weniger ist mehr. Nun ist Daniela Tietze an der Reihe. Von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt dauert es etwa ein halbes Jahr, sagt sie. Kühe, Milch… Plötzlich - bei der Erinnerung an ihre Kindheit - kommt Daniela Tietze die zündende Idee: „Früher haben die Leute ihre Milch in Milchkannen transportiert. Zweimal in der Woche holten meine Großmutter und ich so die Milch vom Bauern. Noch heute hat das für mich etwas Ursprüngliches, Natürliches.“ Von der Milchkanne bis zum Butterfass ist es nicht weit - das prangt auf der Buttermilch der Rudolstädter Genossenschaft, übrigens der einzigen eigenständigen Molkereigenossenschaft in Thüringen.

Der gestalterische Teil einer Verpackung für Lebensmittel ist der eine, der gesetzliche Teil der andere Aspekt eines solchen Prozesses. Daniela Tietze erklärt: „Die Lebensmittelinformationsverordung regelt gesetzliche Pflichtangaben, zum Beispiel Nährwerttabellen und Zutaten.“ Die EU-Verordnung mit der Nummer 1169 steht seit 2011 fest, bis 13. Dezember dieses Jahres müssen Regelungen zur Lebensmittelkennzeichnung umgesetzt werden. Dann wird auf Angaben wie Energie- und Nährwerte, Allergenkennzeichnung und eine Mindestschriftgröße zur besseren Lesbarkeit besonders streng geachtet.

Sind gesetzliche und gestalterische Kriterien erfüllt und mit der Geschäftsführung von Herzgut abgestimmt, geht der Auftrag an die Druckerei. Dann dauert es noch etwa acht bis zehn Wochen, bis der Verbraucher in Händen hält, was Daniela Tietze aus einer Idee entwickelte.

Zahlen & Fakten:
Die Herzgut Landmolkerei eG produziert Joghurt, Käse, Buttermilch, Trinkmilch und Sahneprodukte. Bis 1990 war die Molkerei Produktionsbetrieb des Ostthüringer Molkereikombinates Gera. Pro Jahr verarbeitet sie 73 Millionen Kilo Rohstoff zu Milchprodukten für den Lebensmitteleinzelhandel. Die Milch wird ausschließlich von regionalen Erzeugern bezogen. 30 % der Milch werden zu Premium-Produkten verarbeitet, die mehr ungesättigte Fettsäuren aufweisen.
Lichteinstrahlung verändert den Geschmack von Trinkmilch und beschleunigt den Abbau von Vitaminen, deshalb kommt sie in einer Lichtdurchlässigkeit reduzierenden Verpackung in den Handel. Herzgut beschäftigt zurzeit 101 Mitarbeiter.
Informationen: www.herzgut.de
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Renate Jung aus Erfurt | 26.03.2014 | 22:40  
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