Das Schwarze ist die Schrift: Stiftung Lesen will mit Lesestart-Aktion die Lesebereitschaft von Kindern fördern

Dass es Haushalte gibt, in denen nicht ein Buch - auch kein Kinderbuch - vorhanden ist, mag sich Andrea Feldt gar nicht vorstellen. Dennoch ist es eine Tatsache. "Wer nicht liest, wird es später schwer haben", ist die Leiterin der Arnstädter Stadtbibliothek im Prinzenhof überzeugt. Für ihre Einrichtung Grund genug, die Aktion "Lesestart - drei Meilensteine für das Lesen" der Stiftung Lesen zu unterstützen. "Je eher ein Kind mit Büchern in Kontakt kommt, desto besser", sagt Feldt. Doch wie dem Kind das Buch nahebringen, wenn die Eltern selbst nicht lesen? Für das Bundesministeriums für Bildung und Forschung und die Stiftung Lesen Anlass, im Jahr 2011 die bundesweite Aktion zu starten. Damals wurden Kinderärzte mit Starterkids für Kleinkinder ausgerüstet, die sie zur U6 insbesondere bildungsfernen Familien aushändigten.
An sie richtet sich auch Teil 2 der Aktion. Das kostenlose Folgeset dürfen sich Eltern von dreijährigen Kindern jetzt in der Bibliothek abholen. 2016 wird ein entsprechendes Set an Grundschüler ausgereicht.
"Wer seinen Gutschein vom Arzt nicht mehr besitzt, kann sich das Set trotzdem in der Bibliothek abholen", versichert Andrea Feldt. "Hauptsache, das Kind ist dabei." Die Sets enthalten nicht nur altersgerechte Literatur und ein großes Wimmelbild, sondern auch eine Anleitung für Eltern - falls die Kinder Fragen stellen, die ihre Erzeuger nicht beantworten können.
Heute sind Bibliotheken nicht nur zum Bücher-Ausleihen da. Sie sind ein Ort der Begegnung. Das beweist der Andrang in der Arnstädter Kinderbibliothek - ein beliebter Treffpunkt für Kinder nach der Schule, während der Ausfallstunden oder als Überbrückung bis zum Abendunterricht in der schräg gegenüberliegenden Musikschule. Andrea Feldt und ihre Mitarbeiter freut es, dass sich Eltern vom Eifer ihrer Sprösslinge anstecken lassen und selbst wieder Lust auf Bücher bekommen.
Wer Bücher lesen möchte, muss keinesfalls reich sein. Für 1 Euro Jahresgebühr kann man im Prinzenhof Mitglied werden. Und es wird noch günstiger. Andrea Feldt: "Voraussichtlich tritt ab 2014 eine Richtlinie zur Förderung von Kultur und Kunst in Kraft, die Kindern ohne eigenes Einkommen eine gebührenfreie Nutzung erlaubt."
58.000 Leihobjekte stehen Bildungshungrigen im Prinzenhof zur Verfügung. Darunter 35 digitale Medien, hochwertige Medienboxen für Schulen, Zeitschriften, Hörbücher und E-Book-Reader. Der Schulscout fürs Wochenende und andere Serviceleistungen sind im Internet abrufbar.

Informationen:
www.lesestart.de
www.thuebibnet.de
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 19.12.2013 | 20:55  
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Renate Jung aus Erfurt | 20.12.2013 | 02:38  
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