Der Fürstin gute Taten: Die wohltätige Karoline von Schwarzburg-Sondershausen gründete in Arnstadt Strickschule und Kindergarten

Brigitta Warzecha in der Gestalt von Fürstin Karoline von Schwarzburg-Sondershausen. Jener Fürstin, welche vor 182 Jahren den ersten Kindergarten Arnstadts gründete.
Arnstadt: ... | Mitten in der ehemaligen Residenzstadt, zwischen Riedmauer und Lindenallee, liegt die Karolinenstraße. Benannt nach einer Fürstin des 18. Jahrhunderts, die in Arnstadt den ersten Kindergarten gründete. Betreut wurden hier Zwei- bis Sechsjährige, weil so viele Eltern auswärts arbeiten und ihre Kinder oft
stundenlang allein lassen mussten. Damals, vor 182 Jahren, nannte man eine solche Einrichtung Kleinkinder-Verwahranstalt.
Wer war diese Fürstin, die einen großen Teil ihres Unterhaltes für caritative Zwecke in Arnstadt ausgab? Ein Blick in ihren Lebenslauf: Geboren wird Wilhelmine Friderike Karoline am 21. Januar 1774 als fünftes Kind des Fürsten
Friedrich Karl von Schwarzburg-Rudolstadt. Im Juni 1799 heiratet sie Günther Friedrich Karl I. von Schwarzburg-Sondershausen. Eine Bindung, die nicht lange hält – die feinfühlige und gebildete Frau passt nicht zu dem „volkstümlichen” Gatten. 1816 lässt sie sich mit ihren Kindern in
Arnstadt nieder, wo sie im fürstlichen Palais wohnt. Fast vierzig Jahre lebt sie hier – von den Arnstädtern für ihre Wohltätigkeit verehrt.
Gemeinsam mit einem Frauenverein gründet Fürstin Karoline eine Näh- und
Strickschule für Kinder sozial schwacher Eltern. Mit einem Großteil ihrer Apanache finanziert sie Suppenküchen für die Armen. Ein knappes Jahr vor ihrem Tod stiftet Karoline der Stadt 1000 Taler, deren Zinsen für in Not geratene Familien und arme Wöchnerinnen verwendet werden sollen.
Mit ihrer caritativen Ader beeindruckt die Fürstin schließlich den Arnstädter
Schriftsteller Willibald Alexis. Im Jahr 1851 schreibt er über sie: „Eine hohe Siebzigerin und des Gehörs ganz beraubt, doch mit sehr regem, lebensfrischem
Sinne, die alle Strömungen der Zeit verfolgt... Weltoffen, gebildet und mit
einem großen Herzen für die Hilfsbedürftigen”.
Ihre letzte Ruhe findet Karoline 1854 in der Fürstengruft auf dem „Alten
Friedhof”. Am 7. September 1857 wird ihr zu Ehren in der heutigen Lindenallee ein Denkmal enthüllt, das 1984 aber dem Ausbau der Straße weichen muss und vergessen wird. Erst 16 Jahre später erhält die Stadt das Bauwerk in saniertem Zustand von der Interessengemeinschaft „Karoline” zurück.
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5 Kommentare
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Karin Jordanland aus Artern | 25.05.2012 | 21:06  
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Renate Jung aus Erfurt | 25.05.2012 | 23:41  
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Hannelore Grünler aus Artern | 26.05.2012 | 03:43  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 26.05.2012 | 15:31  
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Renate Jung aus Erfurt | 26.05.2012 | 21:17  
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