Der Schwarm seines Lebens: Imker Siegmar Wiegand aus Traßdorf hat ab und zu einen Stich

Stadtilm: ... |

Siegmar Wiegand ist der Glöckner von Traßdorf - zumindest programmiert er das Geläut im Gotteshaus, Bürgermeister und außerdem der Chef vom Imkerverein Stadtilm.
Ich sprach mit dem Fachmann fürs Süße über fleißige Bienen, darüber, was er als Imker im Winter tut und wie oft er einen Stich hat.

Wo ist denn Ihr Imkerschleier?
Den habe ich meinem Nachbarn geschenkt. Ich trage nur meinen alten Strohhut, damit die Bienen nicht in die Haare fliegen.

Werden Sie oft gestochen?
Sehr selten. Man muss wissen, wie man sich ihnen nähert, damit sie sich nicht bedroht fühlen.

Wie viele Völker haben Sie in Ihrem Garten?
Ungefähr 25. Ein Volk hat etwa 80.000 Bienen. Da kommen schon mal zwei Millionen zusammen. Im Winter sind es aber bedeutend weniger. Dann schrumpft die Zahl auf 20- bis 30.000.

Seit wann halten Sie Bienen?
Ich habe 1975 damit begonnen. Die Obstbäume trugen zu wenig und ich dachte, dass es vielleicht an der Bestäubung liegt. Tatsächlich verbesserte sich die Ertragslage wesentlich. Immerhin bezahlte der Handel in der DDR 14 Mark für ein Kilo Honig und er war immer dankbar für die Lieferungen der Imker.

Welcher Honig liegt zurzeit im Trend?
Die Menschen mögen Rapshonig. Beliebt sind aber auch Löwenzahn-, Linden-, Himbeer-, Klee- und Waldhonig.

Wird Honig eigentlich schlecht?
In den ägyptischen Pyramiden hat er 3000 Jahre gehalten. Aber wer hat heute schon eine Pyramide? Im Ernst: Wenn es zu warm ist, beginnt der Honig zu gären. Das passiert bei den heutigen Essgewohnheiten recht schnell. Früher frühstückte man und packte die Lebensmittel wieder weg. Heute steht der Honig geöffnet manchmal mehrere Stunden in einem gut geheizten Zimmer auf dem Tisch.

Was macht ein Imker im Winter?
Aufräumen und die Gerätschaften ausbessern. Zargen und Deckel müssen desinfiziert, die Rahmen mit neuem Draht versehen werden. Und es fallen administrative Aufgaben an. Zum Beispiel die Arbeit im Imkerverein. Aktuell bereiten wir den Imkertag 2015 vor.

Haben Sie im Verein Nachwuchssorgen?
Im Grunde interessieren sich viele Menschen für die Bienenzucht. Wir aber brauchen junge Leute, denn wir müssen in den kommenden Jahren die Hälfte der Vereinsmitglieder ersetzen. Derzeit haben wir einen Altersdurchschnitt von 60 Jahren. Wer sich für Bienenzucht interessiert, kann gern mit uns Kontakt aufnehmen.


Zum Thema:
Bienen halten keinen Winterschlaf. Bei Frost ziehen sie sich in die Winterkugel zusammen, in deren Mitte die Königin sitzt. Im Winter ruht das Brutgeschäft. Die Bienen in der äußeren Schicht entwickeln durch ihre Muskulatur Wärme und erzeugen so eine gleichbleibende Temperatur von mindestens 25 Grad. Die Bienen überstehen harte Winter. Voraussetzung ist, dass sie genügend Luft bekommen und vor Lärm und Erschütterung geschützt sind.
Termin: Der nächste Imkertag findet am 12. Juli 2015 statt.

www.lvthi.de/vereine/ilmkreis.html
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1 Kommentar
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Renate Jung aus Erfurt | 22.12.2014 | 21:37  
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