Die Tankstelle ist weg und Neues entsteht in der Mühlstraße

Hans Löhn war 30 Jahre Tankwart in der Mühlstraße.
Langewiesen: Mühlstraße |

Eine Fläche mitten in der kleinen Stadt Langewiesen, in der Mühlstraße, hat eine sehr bewegte Geschichte mit ganz unterschiedlichen Nutzungen hinter sich. Der ehemalige Tankwart Hans Löhn stand hier 30 Jahre bei Wind und Wetter an den Zapfsäulen - und erinnert sich.

1800 bis 1960: Schneide- und Mahlmühle
Im 18. Jahrhundert wurde hier eine Schneide- und Mahlmühle gebaut. Auch als Kistenfabrik war sie bekannt. Das Wasser des Mühlgrabens, ein Abzweig von der Ilm, diente als Antrieb. Von 1919 bis 1960 trug sie den Namen Engelsmühle. (aus „Langewiesen - Bilder aus vergangenen Tagen“, 1993, Geiger-Verlag) Heute erinnert nur noch der Mühlgraben daran, dass hier einst eine Mühle stand.

1968 bis 1998: Einzige Tankstelle der Stadt
„Jeder kennt mich unter dem Spitznamen Metschi. Als ehemaliger Tankwart von Langewiesen bin ich bekannt wie ein bunter Hund. 30 Jahre habe ich in der Mühlstraße bei Wind und Wetter vom Trabbi bis später hin zum VW an meinen drei Säulen alle Fahrzeuge betankt“, erinnert sich der heute über 80-jährige Hans Löhn. „Ich habe nicht nur abkassiert, sondern die Fahrzeuge noch alle selbst mit Benzin oder Diesel betankt. Auch ab und an Scheiben geputzt. Und dies auch noch nach der Wende. Vor allem die Frauen wussten den Service hier zu schätzen und mussten sich nicht mit Selbstbedienungszapfsäulen herumärgern.“ Für jeden Kunden hatte Hans Löhn ein nettes Wort. Und so war er stets bestens über die Geschehnisse in der kleinen Stadt informiert und sagt: „Ich war wie eine Dorfzeitung. Es kam schon einmal vor, dass jemand mit Kanistern zum Tanken kam und vor lauter Erzählen ohne wieder ging.“ Als er im Dezember 1998 den Benzin- und Dieselhahn für immer zudrehen musste, war es für Hans Löhn ein schwerer Abschied: von seiner Tankstelle, den Menschen und den vielen Gesprächen und natürlich von seiner Arbeit als Tankwart. Aber der Elf-Konzern hatte so entschieden. Seitdem lag die Fläche brach, ein Zaun war drum herum gezogen. Bei Veranstaltungen im Ort wurde die Fläche als unbefestigter Parkplatz genutzt. Die alten Tanksäulen rosteten lange vor sich hin. „Es war kein schöner Anblick und das mitten im Stadtzentrum.“ sagt Hans Löhn. Als vor kurzem hier wieder die Bagger anrückten, freute das den Senior sehr.

2014 bis heute: Altersgerechtes Wohn- und Pflegezentrum entsteht
Im Dezember 2014 wurde an diesem Standort der Grundstein für die erste altersgerechte Wohnanlage der Stadt Langewiesen gelegt. Anfang Mai fand das Richtfest statt. Ende September 2015 soll das "Wohn- und Pflegezentrum zur Engelsmühle" für hilfs-und pflegebedürftige Menschen, insbesondere mit Demenz eröffnet werden. Das Objekt wird eine Tagespflegeeinrichtung, mehrere ambulant betreute Wohngemeinschaften und zwölf barrierefreie Wohnungen beherbergen, mit Betreuung vom Seniorenverein und Pflege von apo care Langewiesen.
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