Dunkles Kapitel

Denny Gügel präsentiert die Stolpersteine, die am Donnerstag in der Arnstädter Innenstadt verlegt wurden. (Foto: Joachim Kreckow)
Arnstadt: ... | „Wir haben die Pflicht, zu erinnern“ mahnte Arnstadts Bürgermeister Hans-Christian Köllmer bei der Verlegung von dreizehn Stolpersteinen vor dem Haus
Ried 7. Dies sei die beste Erinnerung an die Namen von jüdischen Mitbürgern,
Nachbarn und Freunden, die in der Nazizeit verschleppt und ermordet wurden, so Köllmer.
Der Arnstädter Jörg Kaps erforscht seit Jahren den Lebensweg dieser jüdischen Familien, organisiert seit 2007 Spendenaktionen. Am Donnerstag
verlas er die Namen der betroffenen Familien, Familien Mendel und Vorreuter
und Hanna Lehmann. Als Nachfahre war auch Dr. Eduardo Mendel angereist,
der in Chile aufwuchs, aber in Deutschland lebt. Er meldete sich zu Wort, forderte insbesondere die anwesenden jungen Menschen auf, „mit Kraft und Mut weiterzukämpfen“, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.
Umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung durch jüdische Folklore. Vor 70
Jahren, am 10. Mai 1942, hatte die Deportation von 513 jüdischen Mitbürgern
begonnen. Kaps erinnerte auch an ein weiteres dunkles Kapitel deutscher
Geschichte. Am 10. Mai 1933 begannen die Bücherverbrennungen durch die Nazis. Fortschrittliche Schriftsteller wurden zu Feinden des Volkes erklärt und waren Verfolgungen ausgesetzt.
Zur Verlegung der Stolpersteine am Ried waren viele Arnstädter erschienen. Unter ihnen Schüler der Klasse 9c des Staatlichen Gymnasiums Arnstadt, die neben vielen anderen Sponsoren den Erlös eines Kuchenbasars in Höhe
von 120 Euro für einen Stolperstein gespendet hatten.Sie gedachten der ehemaligen Mitbürger mit weißen Rosen.
Weitere vier Stolpersteine wurden im Gedenken an die Familien Stern (Marktraße 14) und Leopold (Marktstraße 6) verlegt.
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