Elisabeth Schieferdecker aus Saalfeld schreibt Bücher, die klug machen

Kinderbuchautorin Elisabeth Schieferdecker an ihrem Arbeitsplatz.
 
Spannend: Kinder finden in der Ruine einen Schatz, mit dem sie dem Zirkusdirektor helfen.
Saalfeld/Saale: ... |

Wenn sich Elisabeth Schieferdecker an ihre Kindheit erinnert, dann am liebsten daran, wie sie mit der Taschenlampe unter die Bettdecke kroch und schmökerte. Heute schreibt die 55-Jährige selbst Bücher und wünscht sich sehnlich, dass Kinder mit ihnen und dem Licht aus der Stablampe auf gleiche Weise entschwinden.

Bis vor einem Vierteljahrhundert wusste die Hobbyautorin aus Saalfeld nicht, dass sie mit der deutschen Sprache gut umgehen kann. "Ich war Lithografin und verstand eher etwas vom Zeichnen", erzählt sie und fügt hinzu: "Nach der Wende gab es in meinem Beruf aber keine Jobs mehr, so dass ich mich umorientieren musste." Elisabeth Schieferdecker wird Fremdsprachensekretärin. "Während der Ausbildung entdeckte ich die Liebe zum Wort und dachte, dass ich daraus mehr machen könnte." Irgendwann verbindet sie beide Berufe zum Hobby und schreibt ihr erstes Kinderbuch - mit eigenen Illustrationen. An die Anfänge erinnert sich die Autorin gut: "Ich tingelte mit Leseproben im Koffer durch Messen und Veranstaltungen - anfangs mit mäßigem Erfolg." Bis sie eines Tages den Weg von Steffi Bieber-Geske kreuzt. Die Verlegerin legt den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf regionale Kinderliteratur. Und genau diesen Nerv trifft die Saalfelderin Schieferdecker. Ihre Bücher spielen in den Feengrotten, im Thüringer Wald oder inmitten der ehemaligen Residenzstadt.
Das neueste Buch ist druckfrisch und trägt den Titel "Das Geheimnis der Ritterburg". Schon auf dem Cover wird die Affinität zur Heimat spürbar: Es zeigt den Hohen Schwarm - das weithin sichtbare Wahrzeichen Saalfelds. "Es geht um einen Zirkus, dessen Direktor sich bei einem Kredithai verschulden musste, um Futter für die Tiere kaufen zu können. Schließlich finden die Hauptprotagonisten in der Ruine einen Schatz und können dem Zirkusdirektor helfen", macht die Autorin neugierig.
Weder in ihrer Regionalliteratur noch in den regelmäßig erscheinenden Reiseführern für Kinder sind die Geschichten der Saalfelderin komplett erfunden. Ihr Geheimnis ist ein Mix aus Wahrheit und Fiktion. "Kinder kann man mit trockenem Faktenwissen kaum beeindrucken. Also schreibe ich eine Geschichte und packe die Informationen hinein. So haben sie Spaß beim Lesen und lernen dabei."
Gewalt kann Schieferdecker nicht ausstehen. "In meinen Büchern geht es um Freundschaft und Zusammenhalt. Dinge, die im Leben wichtig sind. Natürlich muss der Held immer erst ein bisschen leiden, bevor sich alles zum Guten wendet. Aber das ist ja gerade das Spannende an einer Geschichte."
Und wie entsteht eine Geschichte? - "Zuerst fallen mir die Figuren ein. Die entwickeln dann ein Eigenleben, das mir nicht immer gefällt", sagt Elisabeth Schieferdecker und lacht.
Die Schriftstellerin liebt den Duft von frisch bedrucktem Papier. Doch auf ihren täglichen Bahnreisen zur Arbeit verzichtet sie auf das Gewicht und nutzt einen E-Book-Reader. Wenn sie diesen dann und wann gedankenverloren sinken lässt, ist sie nicht etwa eingeschlafen, sondern durchlebt einen Tagtraum. "Meistens muss ich dann erst einmal zu meinem Block greifen, weil mir wieder eine neue Geschichte eingefallen ist."


Zur Sache:
Die Lesung zum neuen Buch findet am 18. April , 10.30 Uhr, in der Kinderbibliothek Rudolstadt statt.
Elisabeth Schieferdecker arbeitet zurzeit an einem neuen Reiseführer für Kinder: "Abenteuer zwischen Bamberg und Würzburg - Lilly und Nikolas als Pedalritter auf dem Main-Radweg" rund um Bamberg. Er wird voraussichtlich im Sommer beim Verlag Biber & Butzemann erscheinen.
www.biber-butzemann.de
www.schmoeker-eiland.jimdo.com
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