Es ist Advent: In Zeigerheim verwandeln sich am vierten Advent die Höfe in Kulissen für eine lebendige Weihnachtsgeschichte

Mitglieder des Heimatvereins bei der Probe.
Bad Blankenburg: .... | In Zeigerheim, einem Ortsteil von Bad Blankenburg, ist alles ein wenig anders. Das hübsche Fachwerkdorf besitzt einen Ein- aber keinen Ausgang. Die Fluchtmöglichkeiten für Spitzbuben sind also eingeschränkt. Es gibt im 130-Seelen-Ort zwei Gaststätten, die gut laufen und in der Kirche hängt neben dem Marienaltar mit Tabernakel und Kanzel ein Bildnis von Martin Luther.

Pfarrer Michael Thurm wird nächstes Jahr in den Ruhestand verabschiedet und wünscht sich zum Abschied vom Heimatverein, in dem gut ein Fünftel der Einwohner Mitglied ist, ein lebendiges Krippenspiel. Seit drei Wochen proben Vereinschefin Maren Kruschwitz und ihre Mitstreiter die Weihnachtsgeschichte, die am kommenden Sonntag im gesamten Dorf erzählt werden soll.

“Wir haben sogar Tiere - ein Pferd und Schafe“, verrät Kruschwitz, während sie in der Kirche die Plätze für die Dekoration ausmisst. Der Text für die Geschichte sitzt bei den Laiendarstellern, doch fürs Adventssingen ist noch eine Probe fällig. Chorleiterin Sylvia Spindler postiert ihre Sängerinnen vor dem golden glänzenden Altar aus dem 15. Jahrhundert und neben der stolzen Weihnachtstanne, deren Spitze die Decke des Kirchenschiffs beinahe berührt. Ein paar schiefe Töne sind hier und da noch zu hören, doch die Damen werden mit jeder Strophe sicherer, bis die musikalische Leiterin schließlich zufrieden ist.

“Das Adventssingen veranstalten wir zwar schon zehn Jahre lang, doch es ist immer wieder aufregend und mit Lampenfieber verbunden“, erzählt Maren Kruschwitz, in deren Heimatverein von mangelndem Nachwuchs nicht die Rede sein kann. „Auch wenn die Kinder erwachsen und in alle Winde verstreut sind“, sagt eine Chorsängerin, „zum Adventssingen kommen sie nach Hause.“ Am kommenden Sonntagnachmittag wird die lebendige Weihnachtsgeschichte am Ortseingang von Zeigerheim beginnen. Dann kommt Leben in die Dorfstraße zwischen den weihnachtlich geschmückten Fachwerkhäusern, denn der Posaunenchor aus Schwarza ist mit von der Partie. „Die Höfe des Dorfes öffnen und jede Gruppe spielt eine Szene der Weihnachtsgeschichte“, erklärt Kruschwitz. In der Scheune der Familie Bloß kommt zu guter Letzt das Christkind zur Welt. In Windeln gewickelt wird in der Zeigerheimer Version allerdings eine Puppe. „Das wollen wir keinem Baby zumuten“, sagt Maren Kruschwitz augenzwinkernd.

Später zieht das ganze Dorf zur Kirche, um bei Pfefferkuchen und Glühwein das Adventssingen zu genießen. „Es wird viele emotionale Augenblicke geben“, vermutet Maren Kruschwitz und kann es eigentlich kaum erwarten.

Termin:
Beginn lebendige Weihnachtsgeschichte am 22. Dezember, 16.30 Uhr, Ortseingang von Zeigerheim. Gegen 18 Uhr Adventssingen in der Kirche.
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5 Kommentare
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Gunter Linke aus Saalfeld | 19.12.2013 | 17:20  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 19.12.2013 | 17:23  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 19.12.2013 | 17:26  
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Hannelore Grünler aus Artern | 19.12.2013 | 20:50  
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Renate Jung aus Erfurt | 20.12.2013 | 03:10  
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