Geschraubt, geleimt, genagelt: Alle Jahre wieder präsentiert der Goldbacher Siegmar Cott seine neue Weihnachtsdeko in der Gemeindeschänke

Siegmar Cott und seine fünf Jahre alte Krippe.
 
Die Krippe und der brandneue Schwibbogen schmücken den Saal der Gemeindeschänke in Goldbach.
Wer vor dem Tor zu Siegmar Cotts Grundstück in Goldbach zum Stehen kommt, wähnt sich vor dem Dornröschenschloss. Bunte Blätter, Ranken und filigranes Beiwerk schmücken das schmiedeeiserne Gitter und man rechnet jeden Moment damit, dass sich dornige Ranken hinabsenken, um den Eindringling abzuwehren.
Doch hinter dem Tor wird nicht geschlafen, sondern gewerkelt. Es ist Saison und Elektromeister Siegmar Cott hat die letzten Arbeiten am Schwibbogen noch nicht vollendet. Jedes Jahr baut und bastelt er die Dekoration für den Saal der Gemeindeschänke, wo diverse Weihnachtsfeiern stattfinden. Nach dem Rentier und einer wunderschönen Krippe ist es nun ein Schwibbogen. Ein Besuch im Erzgebirge gab im Oktober die Inspiration für das 150 mal 120 Zentimeter große Kunstwerk. Kaum zu Hause verzog sich der geschickte Handwerker in seine Garage, um mit den Sägearbeiten zu beginnen. Zwischen seinen Holzbearbeitungsmaschinen fühlt sich der Kunst- und Antiquitätenfan wohl - "das ist für mich aktive Erholung". Erstens ist er seiner Frau beim Hausputz aus dem Weg und zweitens kann man dort unter Männern fachsimpeln. Denn Cotts Söhne sind wie Großvater und Vater handwerklich begabt. Und da Weihnachten nicht ewig dauert, ist das nächste Projekt schon im Gespräch: die Seifenkiste für das Rennen im Sommer.
Doch das ist Zukunftsmusik. Die erste Weihnachtsfeier steigt am Wochenende und der Schwibbogen muss in den Saal. Zwei kräftige Männer haben mit dem 50 Kilo schweren Teil gut zu tun. Wie viele Stunden Arbeit in der geschraubten, geleimten und genagelten Holzkonstruktion made in Goldbach stecken, vermag deren Schöpfer nicht zu beantworten. Über die Skizzen der Holzornamente hat er sich schier den Kopf zerbrochen. "Alles muss in einer Relation stehen. Die Figuren zum Beispiel dürfen nicht größer sein als die Bäume", erklärt der Konstrukteur. Und weil zwischen den Köpfen und dem Bogen zu viel Luft war, zimmerte Cott noch Sonne und Wolken. Kiefern-, Fichten- und Eschenholz hat er in seinem Schwibbogen verarbeitet. "Die Flügel der Frau bestehen aus Ulme. Das ist eines meiner Lieblingshölzer." Ulmenholz besitzt eine schöne Maserung, deshalb hat der Künstler die Flügel nicht überstrichen, auch wenn sie farblich nicht ganz ins Bild passen.
Die Leidenschaft, weihnachtliche Attraktionen zu bauen, überkam Siegmar Cott vor fünf Jahren beim Besuch einer Krippenausstellung in Österreich. Der Gedanke ließ ihn nicht mehr los und so blieb nichts als der Weg in die Garage. Nach Ablauf eines Jahres war die Immobilie aus einer dreißig Jahre alten Linde fertig. Mit zweiter Ebene, Toilettenhäuschen, Kochstelle und Geländer aus Holunder. Obwohl Cotts Krippe im Dorf bekannt ist, zieht sie immer wieder die Blicke faszinierter Besucher auf sich. Neulich wäre der Häuslebauer fast schwach geworden, als ihm jemand offerierte, dass er jeden Preis für die Krippe zahlen würde.
Das Jahr ist noch nicht um und Siegmar Cott hat schon wieder einen Plan, der aber noch ganz hinten im Kopf ankert: Eine Pyramide mit drei Etagen und einer Grundfläche von 1,20 Metern. "Zukünftig muss ich in die Höhe statt in die Breite bauen", sagt Cott und lacht. "In meiner Garage wird der Platz knapp."
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
4 Kommentare
5.678
Gunter Linke aus Saalfeld | 19.12.2013 | 17:15  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 19.12.2013 | 17:22  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 19.12.2013 | 20:44  
12.763
Renate Jung aus Erfurt | 20.12.2013 | 03:14  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige