Herr Frese, wie ist das Leben als Gerichtsdirektor?

Peter Frese in seiner Geschäftsstelle. Unter anderem bearbeitet er die Ressorts Rente und Kosten.
Gotha.

“Richter können frei entscheiden und werden nicht schlecht bezahlt - das ist mein Plädoyer für diesen Beruf“, sagt Peter Frese, Direktor des Sozialgerichts Gotha.

Selbstverständlich müssen diese Entscheidungen innerhalb von Recht und Gesetz de.wikipedia.org/wiki/Gesetz erfolgen, aber „es gibt Spielräume, Stellschrauben, an denen der Richter drehen kann. Denn Gesetze müssen offen für viele Fälle des Lebens formuliert sein, so dass nicht jeder Streitfall ausdrücklich im Gesetz geregelt werden kann.“ Mit Rechtsbegriffen wie „angemessen“, „wahrscheinlich“ oder „Beweis“ füllt ein Richter das Gesetz mit Leben. Er muss Tatsachen ermitteln, ärztliche Gutachten auf Schlüssigkeit prüfen und die im oft mehrjährigen Verfahren gesammelten Kenntnisse in die Entscheidung einfließen lassen können. „Der Richter de.wikipedia.org/wiki/Richter muss vermitteln, ausgleichen und die Leute ernst nehmen“, rundet Frese das Berufsbild ab.

Frese selbst ist nur zur Hälfte Richter. „Ich bin auch Leiter der Gerichtsverwaltung und Dienstvorgesetzter der Verwaltungsmitarbeiter im Justizdienst.“ Im richterlichen Bereich ist er Organisator der richterlichen Selbstverwaltung. Er legt zum Beispiel fest, welcher Richter welche Fälle bearbeitet. Zurzeit sind am SG Gotha www.thlsg.thueringen.de 29 Richter und Richterinnen in insgesamt 54 Kammern tätig. www.lto.de Mit den zur Kammer gehörenden ehrenamtlichen Richtern hält Frese via Ausschuss den Kontakt.

Er ist Vorsitzender des Richterpräsidiums, Ansprechpartner für übergeordnete Instanzen und das Justizministerium. Hier sind Fingerspitzengefühl und diplomatisches Geschick gefragt: „Schließlich vertrete ich meine Dienststelle innerhalb der Hierarchie des Freistaates Thüringen www.thueringen.de nach außen.“ Richter zu sein, ist für Peter Frese, der nebenbei Fortbildungskongresse organisiert und Fachvorträge hält, mehr Berufung denn Beruf. „Ich liebe diese Tätigkeit, weil man durch sie über den Tellerrand des Lebens schauen kann.“


Hintergrund:

Wo? Jurastudium mit zwei Staatsexamen an einer Universität. Das zweite Staatsexamen nach einer dreijährigen Referendarzeit. Informationen unter www.jurastudium-info.de

Was? Nach dem abgeschlossenen Studium ist man Volljurist und sowohl in der Wirtschaft (Rechtsanwalt, Justiziar, Unternehmensberater, Steuerberater) als auch in der Verwaltung (Staatsanwalt, Richter, Finanzbehörde) einsetzbar.

Wie lange? Die gesamte Ausbildungszeit dauert etwa acht Jahre. Es gibt keinen harten Numerus clausus (Zulassungsbeschränkung). Der Einsatz am Wunschort ist allerdings selten möglich.

Vita Peter Frese: 1978 Abitur in Niedersachsen 1981 Verwaltungschef beim Senat der Freien und Hansestadt Bremen 1985 1 Semester Politikstudium in Hamburg, danach Wechsel auf Jura in Göttingen 1996 Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundessozialgerichts Kassel und Sozialrichter in Altenburg und Erfurt seit 2007 Direktor des Sozialgerichts Gotha
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1 Kommentar
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 26.03.2014 | 19:41  
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