Holz bleibt Holz - Die Zimmererfirma Amling in Großliebringen wahrt die Tradition und arbeitet in fünfter Generation

Günther (links) und André Amling - der jetzige Firmeninhaber.
 
Die Rückseite der Werkstatt in Großliebringen.
Ilmtal: ... | In Thüringen gibt es Unternehmen, wo Tradition noch großgeschrieben und nicht quälend nach einem Nachfolger gesucht wird. Die Firma Amling in Großliebringen ist ein Paradebeispiel dafür. Mit Zimmermeister André
Amling wurde der Staffelstab an die fünfte Generation weitergegeben.
Gegründet wurde der Betrieb 1894. Was ändert sich in hundert Jahren? – „Der Werkstoff ist der gleiche“, scherzt André Amling. „Holz bleibt Holz“. Und wird dann doch etwas konkreter: „Früher hat man noch größere Holzquerschnitte
gebraucht. Heute wird oft Leimholz verwendet, um die notwendigen statischen
Werte zu erreichen. Meine Großväter haben den Abbund noch ausschließlich
von Hand vorbereitet und ausgeführt, heute helfen moderne Computer- und
Fertigungstechnik.“
Trotzdem bliebe ein Stück Risiko bei Dach- oder Fachwerkkonstruktionen,
weiß André Amling, der das Handwerk lernte wie seine Großväter vor hundert Jahren es taten. Mit dem Aufmaß, das beim Auftraggeber erstellt wird, geht es in die heimische Abbundwerkstatt. Dort wird die Konstruktion für ein Dach
aufgerissen, zugeschnitten und teilweise vormontiert – das nennt der Zimmermann Abbund. „Aufgerichtet wird die Konstruktion erst auf der
Baustelle“, erläutert Amling. „Dann sehen wir, ob wir gut gearbeitet haben“. Besonders stolz sind die Zimmerleute, wenn die Konstruktion haargenau
passt, der Richtspruch verkündet und mit dem Werfen des Glases in den Baugrund das Haus „gesegnet“ wird.
Schwerpunkt der Arbeit im Hause Amling ist seit je her die Zimmerei, sowohl bei
Neubauten als auch in der Werterhaltung. Die Stärken liegen in individuellen zimmermanntechnischen Lösungen für Anbauten, Carports oder Balkone. Einen guten Ruf genießt die Firma auch, wenn es um die Sanierung von Fachwerkgebäuden und denkmalgeschützten Häusern geht.
„Wir beherrschen noch die traditionellen Holzverbindungen“, erklärt Günther
Amling. „Wenn es notwendig ist, fügen wir die Holzbauteile genau so zusammen
wie unsere Vorväter: also Holzin Holz.“ Heute setzt man in der Branche gern vorgefertigte Metallverbinder ein.
Neben der Zimmerei werden Bautischlerarbeiten angeboten. In den Wintermonaten, wenn niemand ein Dach in Auftrag gibt, beschäftigt sich der Betrieb mit Treppenbau und Werkstattarbeiten.
Jeder amtierende Firmeninhaber hat dem Unternehmen etwas Neues gegeben:
Firmengründer Ernst Amling baute das Sägewerk, Sohn Arno die Werkstatt. Dessen Sohn Gerd erweiterte und modernisierte. Günther Amling errichtete die Abbundhalle und kaufte moderne Maschinen, Sohn André ist mit dem neuen Lagergebäude fast fertig.
Gemeinsam geht die Familie durch gute und schlechte Zeiten. „Wir sind stolz auf unseren Sohn André“, unterstreichen Günther und Erika Amling. „Und wir
sind glücklich, dass er das Handwerk und den Familienbetrieb in unserem Sinne weiterführt".

Hintergrund:

• 1894 gründete Ernst Amling eine Zimmerei in Großliebringen. Dies wird durch eine Urkunde der Kreishandwerkerschaft Weimar belegt.
• Dann übernahm Sohn Arno. Er bietet Zimmererarbeiten an und fertigt Kisten für Transportzwecke. Sohn Gerd macht seinen Meister und und bietet ab
1963 Bautischlerarbeiten an. Er führt die Firma durch Planwirtschaft und Wende.
Sohn Günther sieht in der Wende die Chance für einen beruflichen Neubeginn.
1993 übernimmt er den Betrieb und investiert.
• Zimmerei Amling war immer Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb. Tischler
Mario Bocklitz, einer von drei Beschäftigten, steht dem Unternehmen seit
zwanzig Jahren kompetent zu Seite.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige