Im Namen Justitias - Informative Wanderausstellung im Amtsgericht in Arnstadt

Drei Herzen schlagen in Peter Germanns Brust: die See, Justitia und die Musik.
Arnstadt: ... | Wer Peter Germann kennenlernt, wird seine Vorurteile gegen Juristen
möglicherweise revidieren. Von trocken und humorlos kann hier nämlich keine Rede sein. Wenn der Direktor des Amtsgerichtes Arnstadt mit seiner Band „Dockyard Five“ – bestehend aus Rechtsanwälten und Gerichtsvollziehern – Krämerbrückenfest, Justizfest oder einfach nur den Probenraum in der Kunsthalle rockt, bleibt kein Auge trocken. Derzeit sucht die
Band einen neuen Bassisten und einen Lead-Gitarristen. Bis zum nächsten Auftritt ist es nämlich nicht mehr weit: Der Verein zur Rettung Schiffbrüchiger
in Bremen hat die Juristenband gebucht. Band-Leader Germann: „Sie wollen
mal etwas anderes hören als Shantys“.
Auch Germanns Leben außerhalb der Justiz ist alles andere als trocken. Bevor er Jurist wurde, fuhr der studierte Nautiker als Kapitän zur See. „Die monatelange Abwesenheit ließ sich aber auf Dauer mit der Familie nicht vereinbaren“, erzählt der Hamburger. „Also studierte ich Jura und spezialisierte
mich auf Seerecht.“
Die Wende brachte den Umzug nach Thüringen. „Hamburg zu verlassen, fiel
mir unendlich schwer“, erinnert sich der Vollblutmusiker. „Aber ebenso spannend war es, in Thüringen die Justiz mit aufzubauen.“ Wenn die Amtszeit
irgendwann endet, „fahre ich vielleicht wieder zur See“.
Um in Übung zu bleiben, geht Peter Germann öfter mal auf Segeltörn. Dieses Jahr führte die Route von Island nach Bremen.
Bis zum Ruhestand hat der Chef des Amtsgerichtes aber noch Zeit. Die möchte
er mit Justitia verbringen und betreibt auch gleich ein wenig Werbung für seine Branche. „Die Justiz bietet viele interessante Berufe. Nicht nur den
des Richters oder Staatsanwaltes.“ Auch der mittlere Dienst stecke voller Berufschancen. Darüber, wie die deutsche Justiz im Allgemeinen und die Thüringer Justiz im Besonderen aufgebaut sind, gibt eine Wanderausstellung des Thüringer Justizministeriums Auskunft. Diese ist noch bis Oktober in Parterre und im ersten Stock des Amtsgerichtes in der Längwitzer Straße
26 zu sehen. Auf 33 Tafeln sind die Justizbehörden im Freistaat und die Rolle in der Rechtsprechung anschaulich erklärt. Informiert wird über Gewaltenteilung, Aufbau und Stellenwert der Justiz, Ehrenämter, Gerichtsbarkeiten, den
Tagesablauf im Vollzug oder Berufe in der Justiz. Bislang wurde die Ausstellung
meist von Menschen wahrgenommen, die Wartezeiten überbrücken mussten.
Innerhalb des Projektes „Juregio“ will sie aber insbesondere das Rechtsbewusstsein von Schülern stärken. Schulklassen haben deshalb die Möglichkeit, im Anschluss an die Besichtigung einer Gerichtsverhandlung
beizuwohnen.


INFOS & KONTAKTE
Juregio ist ein Thüringer Gemeinschaftsprojekt für Rechts- und
Handlungssicherheit im Schulalltag gegen Gewalt, Drogen, Extremismus und für
rechtskundliche Bildung. Es soll das Rechtsbewusstsein von Schülern stärken und Bildungsangebote unterstützen.
Kontakt: Thüringer Justizministerium, Richter Steffen Baumgart, Telefon: 0361/3795-501; Strafgeschäftsstelle für Lehreranfragen: 03628/933070.
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3 Kommentare
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Karin Jordanland aus Artern | 19.09.2012 | 12:06  
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Renate Jung aus Erfurt | 19.09.2012 | 18:31  
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Hannelore Grünler aus Artern | 19.09.2012 | 20:29  
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