Immer auf dem Sprung Petra Girardot, Bürgerreporterin des Allgemeinen Anzeigers aus Ilmenau, ist passionierte Reiterin und liebt Pferde über alles

Pferde sind Fluchttiere und immer auf dem Sprung. Es ist ein großer Vertrauensbeweis, wenn sich ein Pferd so positioniert, sagt die passionierte Reiterin Petra Girardot. (Foto: privat)
Ilmenau: ... |

Condelino ist ein zehnjähriger Spanier, der eigentlich „Conde“ heißt. Übersetzt bedeutet das „Graf“. Das adlige Familienmitglied von Petra Girardot wiegt 525 Kilo, ist sehr elegant und im besten Rüpelalter.

Mindestens drei Stunden täglich verbringt die Immobilienmaklerin mit ihrem Pferd, das auf dem Reiterhof Oberpörlitz www.reiterhof-oberpoerlitz.de ein umsorgtes Leben führt. Wenn das Wetter schön ist, kommt er schon früh auf die Koppel. So wie heute. Pferde betreffend hat Girardot ihre eigene Philosophie: „Die Arbeit beginnt beim Führen“, sagt sie. Und bevor die Autorin dieses Beitrages sich versieht, hält sie das Führungsseil von „Whisky“ - einem ruhigen Warmblut - in der Hand und wird zu einem Spaziergang ermuntert.

Das Pferd versteht nicht, wenn man ihm sagt, geh nach links oder rechts

“Das Pferd versteht nicht, wenn man ihm sagt, dass es nach rechts oder links gehen soll. Man muss ihm via Körpersprache signalisieren, was man möchte. Ziel ist nicht, das Pferd hinter sich herzuziehen. Die Tiere sind es wert, dass man sich Zeit nimmt, um eine gemeinsame Sprache zu erlernen. Zum Beispiel, indem der Mensch aufrecht voranschreitet und seine Entschlossenheit zeigt. Ja, das ist der richtige Weg. Folge mir, ich bin dein Leittier. Du bist in Sicherheit.“, erklärt Girardot unterwegs.

Tatsächlich. Wird man beim Erzählen automatisch langsamer, hält auch Whisky inne. Auf Abstand hält man ihn, indem man den Ellbogen leicht anhebt, um sich nicht anrempeln zu lassen. Erhöhte Körperspannung am Straßenrand bedeutet, im Stand die Verkehrslage zu sondieren.

Pferde sind immer auf dem Sprung

Auf der Wiese darf Whisky zur Belohnung für seine Geduld Gras fressen. Während des Gesprächs macht Petra Girardot auf Ohrenspiel und Habachtstellung des Pferdes aufmerksam. „Er spürt, dass wir unaufmerksam sind. Deshalb übernimmt er die Kontrolle selbst.“

Pferde sind Fluchttiere und immer auf ihre Sicherheit bedacht, erläutert Girardot. „Innerhalb von Sekunden sind sie von Null auf Hundert. Ein Pferd geht achtlos an einem Traktor vorbei, kann aber im nächsten Moment vor einem geöffneten Regenschirm davon laufen“, verdeutlicht sie die Empfindsamkeit der Tiere.

Ohne fachkundige Anleitung ein Pferd zu besteigen, würde Petra Girardot niemandem empfehlen. „Es ist gefährlich“, sagt sie, die im Urlaub Zeugin einer Beinahe-Tragödie mit einer Unwissenden hoch zu Ross geworden ist.

Petra Girardot liebt Pferde seit ihrer Kindheit

Pferde liebt Girardot seit ihrer Kindheit. „Meine Freundin hatte Ponys zu Hause. Ich besuchte sie fast jeden Tag“, erzählt sie. Nach der Schule wurde sie Facharbeiterin für Zootechnik, studierte später in Leipzig und arbeitete dort als Amateurjockey. Heute ist die tierliebe Frau selbstständig und kann sich ihre Zeit frei einteilen.

Das Wochenende gehört meist Condelino. Nach dem Frühstück geht es hinaus in die Natur - Girardot ist begeisterte Wanderreiterin. Beliebte Ziele sind Schmücke, Kickelhahn, Auerhahn, Manebach oder die Schortemühle. Vorher wird die Route gecheckt: „Gibt es dort Holzeinschläge, sind viele Menschen unterwegs, ist man in Gaststätten willkommen?“ Unzählige Eindrücke muss das Pferd auf der drei- bis vierstündigen Tour verarbeiten. „Man kann ein Pferd noch so gut im Griff haben, aber sicher kann man nie sein. Es bleibt ein Fluchttier, auch wenn es schon lange als Haustier domestiziert ist.“

Am 18. Mai ist Pferdetag in Neusiß


Um Eindrücke geht es auch beim traditionellen Pferdetag am 18. Mai in Neusiß - für Petra Girardot eine feste Größe im Kalender. Sie liebt die familiäre Atmosphäre und die liebevolle Organisation der Einwohner. www.neusiss.de

Gemeinsam mit Condelino gehört sie zum Programm. „Dieses Jahr zeige ich die Arbeit am Pferd, ohne aufzusteigen“, macht die passionierte Reiterin neugierig. Solch ein Einsatz vor Publikum sei für ein Pferd wie eine Schulung. „Man setzt es möglichst vielen Reizen aus, um seine Entwicklung voranzutreiben. Für Condelino ist es eine Premiere, auf einem freien Platz und nicht in der Reithalle mit mir zu arbeiten. Ich bin gespannt, ob alles klappt.“
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3 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 22.04.2014 | 18:05  
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Antje Hellmann aus Jena | 23.04.2014 | 09:25  
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Petra Seidel aus Weimar | 04.05.2014 | 19:42  
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