Jagd auf den Cache - In Thüringen gehen mittlerweile über 30 000 Anhänger des Geocachings auf Schatzsuche

Der Weg ist das Ziel: Der Arnstädter Tino Otte ist seit einem Jahr begeisterter Geocacher. (Foto: Marco Schmidt)
Arnstadt: ... | Geocaching ist moderne Schatzsuche. Mit der Besonderheit, dass man nicht den Spuren nachgeht, die ein anderer im Wald gelegt hat, sondern sich von einem GPS-Gerät zur gewünschten Stelle führen lässt. Und dort gibt es auch
etwas zu finden. Meist eine Kleinigkeit, die andere vergraben haben. Geocaching nennt sich das Hobby, welches weltweit immer mehr Anhänger findet. Seit einem Jahr ist auch Tino Otte Geocacher. Der Arnstädter hat sich von seinem GPS-Gerät schon zu 564 Punkten führen lassen. Die Koordinaten
erfährt er aus dem Internet.
„Der Grundgedanke ist, sich an Orte zu begeben, die sehenswert sind und die man unter normalen Umständen gar nicht beachten würde”, schildert Tino Otte. Man sei in der freien Natur und komme an schöne Orte, die ein anderer
Geocacher entdeckt und als Punkt markiert hat.
Weltweit gibt es schon zwei Millionen dieser Punkte, die bei den Insidern „Caches” heißen. „Und es werden immer mehr”, freut sich Otte.
Allein in Thüringen sind über 10 000 Caches versteckt. Der erste Cache – ein Eimer mit einer Dose Bohnen – wurde im Februar 2000 in den USA gesetzt. Jeder, der einen Cache setzt, versteckt dort auch eine Kleinigkeit. Wer sie findet, hinterlässt wieder eine andere Kleinigkeit an diesem Ort. Verzeichnet sind all diese Punkte auf der offiziellen Geocaching-Internetseite, auf der es die Koordinaten für das GPS gibt. Manche dieser Koordinaten sind in Rätsel verpackt. Dabei sind die Caches in verschiedene Schwierigkeitsgrade eingeteilt. „Es gibt auch Punkte, die sich auf Bäumen oder unter Wasser befinden”, beschreibt Tino Otte. Selbst auf der Weltraumstation ISS gibt es
einen Cache. Diesen ausfindig zu machen, wird aber wohl nur wenigen Auserwählten vorbehalten bleiben.
Sehr beliebt ist inzwischen auch das Verstecken sogenannter Travel-Bugs,
zu deutsch Reisewanzen. Diese werden vom Besitzer mit einer Aufgabe versehen, die derjenige erfüllen muss, der sie mitnimmt und an einem anderen Ort wieder versteckt. Den Weg seiner Reisewanze kann jeder im Internet verfolgen. „Einige dieser Travel-Bugs haben schon mehr als 30 000 Kilometer
hinter sich”, erzählt Tino Otte. Natürlich hat er auch schon eine auf Reisen
geschickt.
Obwohl es in Thüringen über 30 000 Geocacher gibt, sind die Anhänger dieses
Hobbys meist allein im Wald unterwegs. „Manchmal trifft man sich unterwegs. Das ist sehr interessant. Obwohl man sich nicht kennt, weiß man sich auf Anhieb den modernen Schatzsuchern zuzuordnen.”
Tino Otte lud im April in Arnstadt zum ersten Geocacher-Treffen ein und
wünscht sich, dass die Treffen jetzt regelmäßig stattfinden. „Man kennt seine Mitstreiter sonst nur aus dem Logbuch, in das man sich einträgt, wenn man einen Cache gefunden hat”, schildert Otte.
Die Treffen nutzen die Geocacher dann durchaus auch für Arbeitseinsätze, um Parks oder Waldstücke zu säubern.

INFORMATION
www.geocaching.de
Thüringenforum: www.geoclub.de
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1 Kommentar
3.230
Tobias Schindegger aus Gotha | 04.05.2012 | 13:31  
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