Kati Zorn aus Cursdorf und Sabine Lenz aus Aachen lernten sich über facebook kennen und sehen vieles aus der Froschperspektive

Kati Zorn mit Froschkunst von Sabine Lenz.
Cursdorf: ... |

Eines Tages erhält Kati Zorn von einer Freundin über facebook einen Hinweis: "Schau mal auf die Seite von Sabine Lenz. Ich glaube, die wird dir gefallen." Das lässt sich die Cursdorferin nicht zweimal sagen. Schnell wird klar: sie und die Aachenerin teilen die heiße Leidenschaft für Frösche. Zorn ist Figurenmodelleurin und stellt eine Vielzahl Frösche in ihrer Manufaktur aus. Lenz kauft alte Schinken mit Bergseen und Waldmotiven auf und malt überdimensionale Frösche hinein.

Die Ostdeutsche lernt ihren Beruf 1979 in Lichte und Meißen. "Anfangs wusste ich nicht, ob das die richtige Entscheidung war. Ich hatte nichts übrig für Hirsche, Tänzerinnen und Kutschen", erinnert sich die geschickte Handwerkerin. Also fertigt sie skurrile Figuren und verleiht ihnen einen Hauch Erotik. Dafür erhält sie in der DDR Goldmedaillen. Etwas, das es bis dato nicht gab. "Ausgezeichnet wurde eigentlich nur Geschirr. Alles andere war für die Funktionäre Schnickschnack." Als Kati Zorn nach der Wende spürt, dass es im Unternehmen keinerlei Aufstiegsmöglichkeiten mehr für sie gibt, gründet sie in Cursdorf ihre eigene Manufaktur. "Frösche finde ich einfach faszinierend", sagt sie. "Man kann sie auf zwei Beine stellen, ihnen menschliche Züge geben."

Die Westdeutsche wächst auf dem Land nahe Aachen mit Teichen und Tümpeln auf, wo es von Kröten und Fröschen nur so wimmelt. "Als Kind habe ich jeden Stein umgedreht, brachte Molche mit nach Hause und zog Kaulquappen groß", erzählt die Rheinländerin. Sie lernt Verlagskauffrau und malt nebenbei für Freunde und Bekannte. Eines Tages darf sie in einem Designermöbelgeschäft ausstellen. "Seit zehn Jahren betreibe ich die Malerei hauptberuflich", sagt Lenz. "Meistens male ich eigene Motive, aber ich verwurste auch die alten Meister. So entstehen dann Kreationen wie der Frosch mit dem Goldhelm."
Die übergroßen Frösche im Waldsee sind ihr jüngstes Projekt. "Nicht jeder Ölschinken ist für meine Zwecke geeignet. Die Bilder dürfen nicht zu schön und nicht zu scheußlich sein." Ihre Werke, sagt sie, würden zunehmend surrealer und unrealistischer, was bei Besuchern ihrer Ausstellungen erstaunlich gut ankomme.

Mit Kati Zorn schwimmt Sabine Lenz auf einer Wellenlänge. Deshalb darf sie zurzeit einige ihrer Froschbilder, Grafiken, Schmuck und Accessoire in der Cursdorfer Manufaktur ausstellen. Insgesamt 25 Exponte sind bis 4. Dezember täglich von 9 bis 18 Uhr zu sehen. Das nächste Projekt soll ein gemeinsames werden: Espressotassen mit einem Frosch als Henkel.


www.katizornporzellan.de
lenzkunzt.dawanda.com
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Hannelore Grünler aus Artern | 22.10.2014 | 17:50  
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