Martina Heinz aus Saalfeld zählt Schäfchen, auch wenn sie wach ist

Seit sie 1992 in den schottischen Highlands Urlaub machte, ist Martina Heinz verrückt nach Schafen.
 
Diese süßen Schäfchen und über 300 weitere Exemplare sind noch bis 15. Oktober im "Rotschnabelnest" in Reichmannsdorf zu sehen.
Saalfeld/Saale: ... |

Es ist 1992, als die Englischlehrerin Martina Heinz aus Saalfeld zum ersten Mal Urlaub in den schottischen Highlands macht. Das Wetter ist rau, die Gegend unwirtlich und die Menschen haben eigentlich nur eine Lebensgrundlage: Schafe.

Die laufen und klettern zu Tausenden herum. "Das ganze Jahr hindurch sind sie in der kargen Landschaft allein, kein Schäfer ist bei ihnen. Damit diese ihre Herden voneinander unterscheiden können, haben sie ihnen farbige Flecken aufgesprüht", erzählt Heinz. Damals entdeckt sie ihre Liebe zur Spezies Schaf und ist seitdem verrückt danach. "Natürlich habe ich ein Schäfchen als Souvenir mitgenommen. Die Verkäuferin räumte den halben Laden aus, um an das Regal zu gelangen - es war das letzte Exemplar", erinnert sich die Lehrerin lächelnd.
23 Jahre später ist Martina Heinz pensioniert und steht inmitten ihrer ersten Ausstellung im Museum "Rotschnabelnest" in Reichmannsdorf, unweit ihrer Heimatstadt. Das Ur-Schäfchen hat inzwischen weit über 300 Geschwister bekommen. 314 davon kann man bis 15. Oktober im Museum bewundern. "Wenn ich sie alle so betrachte, frage ich mich, wo ich die zu Hause gehabt habe", sagt Martina Heinz und lacht. Zeigen will die aufgeschlossene Frau nicht nur Schafe. Auch Schafseife, Geschirr, Servietten und sogar ein Schaf aus Pappscheiben sind Teil der Ausstellung.

Aus Schafwolle entsteht der karierte Stoff für Schottenröcke


Im Lauf der Jahre hat Martina Heinz Schottland noch einige Male besucht. Immer wieder bewundert sie, wie die Menschen dort das harte Leben meistern. "Ohne die Schafe konnten sie früher nicht überleben. Sie nutzten das Fleisch, machten aus der Milch Käse, aus der Haut Leder. Und da ist dann noch die Wolle. Aus ihr wird der karierte Stoff für die Schottenröcke gewebt."
Inzwischen wissen Freunde und Bekannte um Martina Heinz' Liebe zum Schaf und schleppen ihr die niedlichsten Exemplare ins Haus. Einen guten Teil hat die Sammlerin selbst beigesteuert. Wo immer sie ist, ein Schaf muss mit.
"Schafe sind empfindsame Wesen, die sich weit verstreuen und trotzdem wissen, wohin sie gehören", hat Martina Heinz in Schottland beobachtet. Ihren Reiz werden die Tiere für die Lehrerin wahrscheinlich niemals verlieren. "Ein Schaf ist ein Tier, das zu Herzen geht, das weich ist und liebgewonnen werden will. Das fasziniert mich an den Tieren."
Ab und an besucht Martina Heinz ihre Ausstellung im Rotschnabelnest. Einerseits, um sich ein bisschen neu in ihre Schafe zu verlieben. Andererseits blättert sie neugierig im Gästebuch, das der Ausstellung beiliegt, um sich an den Kommentaren entzückter Besucher zu erfreuen.


Buchtipp für Schafliebhaber:
"Glenkill" von Leonie Swann - ein Schafskrimi

Ausflugstipp:
Das Museum "Rotschnabelnest" in Reichmannsdorf bei Saalfeld hat sowohl feste als auch wechselnde Ausstellungen. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Puppensammlung der Handwerksinnungen. Lohnenswert für Kindergartengruppen und Schulklassen. Ideal auch für die Oktoberferien.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 13 bis 17 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Kontakt: 036701/30054
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2 Kommentare
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 17.09.2015 | 21:05  
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Renate Jung aus Erfurt | 20.09.2015 | 18:53  
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