Reisen bildet, finden Axel Brümmer und Peter Glöckner. In reich bebilderten Vorträgen erzählen sie von ihrer Wahlheimat Brasilien

Axel Brümmer (links) und Peter Glöckner vor dem Berg "Zwei Freunde" in Brasilien. (Foto: Agentur Weltsichten)
Saalfeld/Saale: ... | Mit dem Fall der Mauer packte Axel Brümmer und Peter Glöckner die Reiselust. Fünf Jahre lang reisten die Freunde mit Fahrrädern um die Welt. Heute ist Brasilien neuer Lebensmittelpunkt der Freunde, die beide einheimische Frauen heirateten. In Deutschland sind die Weltenbummler nicht mehr zu Hause, sondern auf Tournee. Reisen mache nicht reich, doch es bilde ungemein, sagt Axel Brümmer. Was ihn an Brasilien fasziniert, erfuhr Jana Scheiding im AA-Gespräch.

Sie kennen die ganze Welt, was hielt Sie ausgerechnet in Brasilien? In Amazonien trafen wir vor 21 Jahren einen deutschen Aussteiger, der dort in den Wäldern vollkommen zurückgezogen lebte. Wir waren die ersten Menschen, mit denen er nach 17 Jahren wieder sprach. Er zeigte uns, wie man im Amazonasgebiet überlebt. In sieben Jahren überquerten wir über 40 Flüsse, von einigen Tausend. Er öffnete uns die Augen für Brasiliens Schönheit.

Waren die Räder einzige Reisemittel? Nein, wir waren auch viel mit Hochseeflößen unterwegs. Hochseeerfahrung sammelten wir auf unserer Viermastdschunke, mit der wir 80.000 Kilometer segelten. Praktisch zweimal um den Äquator. Die Tour auf Flößen ist aber um einiges abenteuerlicher.

Welches Erlebnis hat Sie besonders beeindruckt? Die Begegnung mit einer 108 Jahre alten Indianerin, die uns ihre Lebensgeschichte erzählte. Als fünfjähriges Mädchen war sie von ihrer Mutter getrennt in einem Käfig auf dem Markt als Sklavin verkauft worden. Da hielt ich nun ihre schwarzen, faltigen Hände in den meinen und wir beide hatten Tränen in den Augen. Dieses Erlebnis hat mich tagelang beschäftigt. Selbst jetzt bekomme ich Gänsehaut, wenn ich darüber spreche. Deshalb reise ich. Umso solchen Menschen zu begegnen.

Fürchten Sie sich nicht vor Nadelpuppen und Piranhas? Alles Klischees aus der Hollywoodfabrik. Die Nadelpuppen stammen ursprünglich aus Südafrika. Weil sie den Menschen wertvoll erschienen, schmückten diese damit ihre Skulpturen und tauschten sie später gegen andere Güter. Und Piranhas tun nichts, wenn sie genug Wasser haben. Wenn die Lagunen allerdings ausgetrocknet sind und die Tiere Hunger leiden, dann sind sie so aggressiv wie jedes andere Tier und sogar der Mensch es auch wären.

Was werden die Menschen in Ihrem Vortrag noch erfahren? Sie hören von Indianern, die - dem Alkohol verfallen - unter Plastikzelten leben, aber auch von jenen, die mit dem koffeinhaltigen Wirkstoff Guarana Geld verdienen und sich so ihre Kultur erhalten. Wir erzählen von der Lebensfreude namens Samba und von den Religionen, die sich gut ergänzen.

Kein Wort zur Copacabana? Wir tangieren sie. Der beliebte Stadtteil Rio des Janeiros ist zwar sehr schön, doch er gibt uns nicht viel. Viel wichtiger ist, zu wissen, dass Brasilien eine Halbwüste hat - so groß wie Frankreich und Spanien zusammen. Die Menschen gehen dort nur in Leder gekleidet, damit sie sich an den spitzen Dornen der Pflanzen und Bäume nicht die Haut aufreißen. Wer uns kennt, weiß, dass wir keine Klischees zeigen, sondern das Land, wie es ist.

Info & Termine:
16. Thüringer Diafestival vom 31. Januar bis 2. Februar 2014
Mehr: www.weltsichten.de
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Renate Jung aus Erfurt | 07.12.2013 | 01:02  
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