Schöne Künste: Von den Brettern, die die Welt bedeuten, an die Staffellei - Andreas Düpetell ist mehr als ein Lebenskünstler

Andreas Düpetell mit seinem geliebten Kater Anton. (Foto: Düpetell privat)
 
Der Maler und Künstler mit seinem Stillleben "Seerosen" (Foto: Düpetell privat)
Sportler, Tänzer, Trainer, Maler - Andreas Düpetell ist ein halbes Jahrhundert alt und lebt intensiv. Durch Kunst und Familie ist der Wahlberliner mit seiner Heimat Saalfeld noch eng verbunden. Im Frühjahr kommenden Jahres stellt er seine Stillleben im Ilm-Kreis aus. Seine bislang erfolgreichste Ausstellung hatte Düpetell 2008 in Arnstadt. Jana Scheiding erfuhr im AA-Gespräch einiges aus dem „Vorleben“ des Künstlers, der sich seinen Thüringer Charme und die Bodenständigkeit bewahrt hat.

Herr Düpetell, wie lebt es sich in Berlin?
Ruhig und grün. Ich wohne mit meinem Kater Anton in Treptow, direkt an der ehemaligen Mauergrenze am Landwehrkanal. Wenn ich nachmittags in meinem Atelier male, genieße ich das einfach.

Warum haben Sie als junger Mann Ihre Heimat Saalfeld verlassen?
Bis zu meinem 13. Lebensjahr war ich Hochleistungssportler, besuchte die Kinder- und Jugendsportschule in Jena. Nach dem Facharbeiterabschluss studierte ich Tanz in Leipzig. So hat sich das ergeben.

Also haben Ihre Eltern gegen das Tanzen revoltiert?
Begeistert waren sie nicht. Sie verlangten, dass ich erst einen Beruf erlerne. Und so wurde ich 1982 Schrift- und Grafikmaler. Ich habe aber nur vier Wochen in diesem Beruf gearbeitet, denn mit 18 durfte ich endlich studieren. Eignungstest und Aufnahmeprüfung hatte ich ja schon bestanden. Erst habe ich geflucht, heute bin ich meinen Eltern sehr dankbar für ihre Unnachgiebigkeit.

Zunächst startete aber die erste von insgesamt drei Karrieren?
Ja, ich wurde nach dem Studium zuerst an der Oper in Karl-Marx-Stadt und dann 1988 beim Deutschen Fernsehballett des DFF engagiert und hatte dort eine großartige Zeit. Mein erster Auftritt mit dem Ballett war 1988 im „Kessel Buntes“, moderiert von Uta Schorn. Das war im Friedrichstadtpalast - in der Livesendung schlotterten nicht nur die Knie. Ein Jahr später traf ich im „Kessel“ auf Senta Berger. Von dem Weltstar des Films war ich sehr angetan. Mein Schlüsselerlebnis hatte ich aber in der Sendung „Showkolade“ mit Gunther Emmerlich - zum Mauerfall am 9. November 1989. Unseren ersten Westauftritt hatten wir im Juni 1990 beim Grand Prix der Volksmusik in Saarbrücken. Von der Gage habe ich meine erste Westeuropareise finanziert.

Trotzdem stiegen Sie 1992 beim Fernsehballett aus?
Ich wollte nicht in einer GmbH tanzen und so habe ich den Vertrag des MDR nicht angenommen. Die Arbeitsbedingungen hatten sich um 180 Grad gedreht. Plötzlich mussten wir durch die Lande tingeln, um auch außerhalb der Mattscheibe Geld zu verdienen. Die ständige Reiserei war eine ziemliche Belastung für den Körper. In der DDR waren wir lediglich zu den Fernsehshows gefahren. Ich hatte dann noch ein kurzes, aber sehr schönes Engagement an der Komischen Oper Berlin. Als ich während einer Probe auf der Bühne stürzte, musste ich das Tanzen aufgeben.

Ein einschneidendes Ereignis in Ihrem Leben...
Ich trennte mich vom aktiven Tanzsport mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich war ja schon 30, lange hätte ich sowieso nicht mehr als Tänzer arbeiten können.

Zeit für Karriere Nummero zwei.
lacht. Sie dauerte von 1993 bis 2003. Ich war Ballettmeister und Choreograf für Eiskunstlauf beim Berliner Turn- und Sportclub (TSC). Die Berliner Meisterin von 2001, Stefanie Dankert, und der Deutsche Meister von 1998, Sven Meyer, gehörten zu meinen Eleven. Stefan Lindemann habe ich im Klassischen Ballett und Jazztanz ausgebildet. Nebenbei unterrichtete ich im Eislaufzentrum Oberstdorf.

Auch das war nicht der Job fürs Leben...
Nach zehn Jahren wollte ich wieder etwas anderes machen. Auf meiner Westeuropareise hatte ich das Van-Gogh-Museum in Amsterdam kennengelernt. Das inspirierte mich unheimlich. Heute male ich überwiegend Stillleben von Früchten und Blumen. Van Goghs Sonnenblumen habe ich inzwischen kopiert. Das ist legitim, wenn man nicht das gleiche Bildformat wie der Urheber verwendet.

Haben Sie noch andere Vorbilder unter den Berufskollegen?
Ja, ich mag außer meinen großen Vorbildern Auguste Renoir und Claude Monet auch den Kubismus, den Pablo Picasso und Georges Braque maßgeblich begründeten. Ich bin aber auch ein Fan von Lyonel Feininger, der in Gelmeroda bei Weimar tätig war.

Mehr von Andreas Düpetell:
www.andreas-duepetell.de
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