Spezialist für Niere & Co. - Nach Jahren hat Arnstadt endlich wieder einen Urologen

Dr. med. Al Mohannad Al Mustafa an einem modernen Ultraschallgerät, das insbesondere für die Erkennung von Tumoren, Steinen und Entzündungen verwendet wird.
Arnstadt: ... | „Wir sind froh, dass Sie sich in unserer Stadt niedergelassen haben. Ein Urologe hat uns seit langem gefehlt.“ – Diese und ähnliche Worte hört Dr. med. Al Mohannad Al Mustafa, seit er seine Praxis im August eröffnete. Am ersten Tag seien die Patienten gekommen, um ihre Neugier zu stillen und Termine zu vereinbaren, doch schon am zweiten Tag sei im Wartezimmer kein freier Platz
mehr zu finden gewesen. Der 44-Jährige dürfte durch seine freundliche,
verbindliche Art das Vertrauen der Patienten schnell gewinnen.
Sein Fachgebiet umfasst die Leiden unterhalb der Gürtellinie: Prostata,
Nieren, Harnwege und Harnblase. Auch die Uroonkologie, Harnsteinleiden,
erektile Dysfunktionen und Inkontinenz gehören dazu.
Vor siebzehn Jahren kam Dr. Al Mustafa aus Damaskus (Syrien) nach
Deutschland. Arbeitete zunächst in medizinischen Zentren in Gera und
Zwickau, die letzten Jahre in Jena. Gemeinsam mit seiner Frau, einer Psychiaterin, und drei Kindern hat er seine Zelte in der zweitgrößten
Stadt Thüringens aufgeschlagen. Bis auf weiteres wird das so bleiben. „Ich will
die Familie nicht aus ihrem Umfeld reißen“, sagt er. „Und die Strecke Jena
– Arnstadt ist zu bewältigen.“ Jeden Tag fährt er nach Hause. „Sonst sagen meine Kinder eines Tages Onkel zu mir“ sagt er und lacht.
Vier Tage die Woche (Mittwoch ist OP-Tag) ist er – gemeinsam mit zwei Sprechstundenhilfen aus der Region – für die Patienten da. „Die Menschen
sind hier sehr kooperativ. Sie sehen die Notwendigkeit, sich untersuchen zu
lassen und arbeiten mit.“, so die bisherigen Erfahrungen des Arztes in Arnstadt. „Das kann ich nicht von jedem meiner bisherigen Einsatzorte behaupten.“
Obwohl erst einen knappen Monat in der eigenen Praxis in der Stadtilmer Straße 7 - neben der Rosenapotheke - tätig ist, fühlt sich Dr. Al Mustafa
bereits gut aufgehoben. „Ich hätte es nicht besser treffen können“, ist er überzeugt.
Dass in Arnstadt Bedarf an einem niedergelassenen Urologen herrscht, hatte der Facharzt von Kollegen und durch eine Ausschreibung der Kassenärztlichen
Vereinigung erfahren.

Wie solch ein Bedarf ermittelt wird, erläutert Marion Letetzki von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT). "Bundesweit ist die Frage der Regel-, Unter- oder Überversorgung mit ambulant tätigen Ärzten in der
Bedarfsplanungsrichtlinie geklärt. Diese dient der Erfüllung des Sicherstellungsauftrages, den der Gesetzgeber den Kassenärztlichen Vereinigungen übertragen hat." So gebe die Bedarfsplanung vor, auf wie viel Patienten ein Arzt der jeweiligen Fachgruppe kommen muss. Betrachtet werden dabei die sogenannten Planungsbereiche. Diese entsprechen in etwa den Kreisgebieten. Von Unterversorgung spricht man - bei Hausärzten - bei einem Versorgungsgrad im Planungsbereich von 75 Prozent, bei Fachärzten von 50 Prozent. Marion Letetzki: "Derzeit liegt entsprechend der Bedarfsplanungs-Richtlinie für alle Fachgebiete für den Ilm-Kreis eine regelgerechte Versorgung vor."
Zu beachten sei, dass es immer weniger Ärzte für mehr Patienten gibt, nicht zuletzt durch das zunehmende Älterwerden der Patienten. Die KVT sei immer wieder an den Gesetzgeber herangetreten, um dies in der Bedarfsplanungsrichtlinie zu berücksichtigen. Die Institution wisse um die Schwierigkeiten, gerade von älteren Menschen, die Wartezeiten und Wege zum Facharzt in Kauf nehmen zu müssen.
"Der Gemeinsame Bundesausschuss hat 2010 die Einführung eines demografischen Faktors bei der Berechnung der Bedarfsplanung beschlossen", so die Sprecherin der KVT weiter. "Die Betrachtungsgröße des Versorgungsgrades je Planungsbereich wurde einer Reform unterzogen." Sei bisher betrachtet worden, auf wie viel Einwohner in der Bezugsregion ein Arzt der jeweiligen Fachgruppe kommen musste, werde jetzt das Alter der Bevölkerung und die Morbidität berücksichtigt. Dies geschieht durch Korrekturfaktoren, dem sogenannten Alters- und Leistungsbedarfsfaktor. So wird ein realeres Bild von der Versorgungssituation im Freistaat gezeichnet.
Marion Letetzki: "Damit ergab sich für den Ilmkreis die Möglichkeit, dass sich ein weiterer Urologe niederlassen konnte".
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2 Kommentare
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Georgina Scheiding aus Erfurt | 17.09.2011 | 10:19  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 17.09.2011 | 10:42  
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