Wenn der Tag rotzfrech lacht! Jessica und Philipp Jacob aus Arnstadt sind das jazzy-duo

Jessica Jacob und Brunder Philipp in Aktion. (Foto: Roy Blender)
 
(Foto: Alle Fotos von Roy Blender)
Arnstadt: ... |

"... Schenk mir einfach einen Augenblick, um den Boden wieder zu spüren." - Deutsche Texte, Gefühl und Ehrlichkeit machen das Arnstädter "Jazzy-Duo" aus.

Damit räumten Jessica und Philipp Jacob bei "Herzklopfen kostenlos" Preise ab, setzten Akzente beim Ilmenauer Suchtgespräch oder begleiten junge Menschen bei ihrer Jugendweihe. Im Ilm-Kreis ist das "Jazzy-Duo" (eigentlich jazzy-duo) eine Institution, in Thüringen zumindest bekannt. Wenn die Jacobs irgendwo ein Gastspiel geben, ist das ein kompletter Familienausflug. AA-Autorin Jana Scheiding hat das musikalische Geschwisterpaar Jazzy und Phil getroffen.


Wie lange seid ihr schon verheiratet?
Jazzy (lacht): Ja, schlagen Sie auch noch in die Kerbe. Diese Frage wird uns sehr oft gestellt. Die Leute sind dann ganz erstaunt, dass wir Geschwister sind. Mein Bruder Phil ist sechs Jahre jünger als ich.

Und, wie ist das mit dem kleinen Bruder auf der Bühne?
Jazzy: Ganz okay. Vorher und nachher ist es allerdings wie bei normalen Geschwistern.

Trotzdem wohnt ihr in Arnstadt alle unter einem Dach. Sogar mit den Eltern.
Phil: Das hat ganz praktische Gründe. Wir können unsere Proben besser koordinieren, uns viel besser absprechen. Unsere Mutter managt uns, Vater ist bei der Technik unentbehrlich. Deshalb gibt es das Jazzy-Duo nur im Viererpack.

Soll die Musik irgendwann zum Hauptberuf werden?
Jazzy: Nein, das ist und bleibt ein wundervolles Hobby und wir sind beide mit unserem Beruf als Lehrer sehr zufrieden. Ich denke, wenn wir auf die Musik angewiesen wären, würde sie uns keinen Spaß mehr machen. Und Spaß macht sie, solange wir frei von Zwängen sind und die Menschen uns zuhören.

Ihr hättet beinahe mal vor einem Millionenpublikum gespielt...
Jazzy: Ja, das war beim Supertalent. Für den Auftritt hätten wir uns trennen und umbenennen müssen. Das Jazzy-Duo funktioniert aber nur mit uns beiden. Jeder für sich allein - das geht nicht. Da haben wir lieber verzichtet.

Ihr schreibt die meisten Texte selbst. Was inspiriert euch?
Phil: Wir singen über das Leben, weil wir vom Leben inspiriert werden. Meistens ist es so, dass ich auf dem Klavier klimpere und Jazzy dazu ein Text einfällt. Das kann innerhalb von zwei Stunden ein Song werden, aber auch Monate dauern. Wir legen es weg, lassen es reifen. Irgendwann passt es.

Eine Passage gefällt mir besonders gut: "Dieser Tag hat mir so rotzfrech ins Gesicht gelacht..." Sind solche Texte euer Erfolgsrezept?
Jazzy: Ich denke, die Leute mögen uns, weil wir natürlich und ehrlich sind. Wir singen für ein breites Publikum: Jugendweihen, Hochzeiten, Trauerfeiern - da liegt der Schwerpunkt natürlich auf dem Text. Alles zusammen macht das Jazzy-Duo aus.

Versingt ihr euch manchmal? Bei deutschen Texten fällt das ja sofort auf.
Jazzy: Das passiert uns meistens bei unseren eigenen Liedern. Früher haben wir dann immer ganz grimmig geschaut, aber jetzt gehen wir darüber hinweg. In neun Jahren entwickelt man sich.

Eure Eltern sind bei jedem Konzert dabei. Folgt die Manöverkritik auf dem Fuße?
Phil: Ja, das ist gar nicht zu vermeiden. Wenn wir nach einem erfolgreichen Auftritt irgendwo an der Decke schweben, holen sie uns sanft wieder herunter.

Was bedeutet euch Musik?
Jazzy: Musik kann so viel sein. Therapie zum Beispiel. Sie kann ein schreiendes Kind beruhigen oder einem Süchtigen neue Wege aufzeigen.
Phil: Für uns ist sie ein wunderbarer Alltagsausgleich und Gelegenheit, unsere Gefühle auszudrücken.

Fließt das Lehrergehalt in die Technik?
Phil: Ein Teil schon. Technik ist teuer, deshalb hüten wir sie wie unseren Augapfel.

Da gab es ja mal ein schwebendes Verfahren...
Jazzy: An dieses Silvesterkonzert in den Schweizer Bergen denken wir heute noch. Das gesamte Equipment musste via Seilbahn in das Hotel transportiert werden. Wir malten uns die schlimmsten Szenarien aus, aber es ist alles gut gegangen.

Zum guten Schluss: Wie hat das eigentlich angefangen mit der Musik?
Jazzy: Als ich Kind war, schenkte mir mein Großvater eine Flöte und meine Eltern meldeten mich in der Musikschule an. Später lernte ich noch Klarinette, Saxophon, Gitarre und nahm Gesangsunterricht. Phil spielt Klavier. Zu einem Familiengeburtstag haben wir dann irgendetwas von Westernhagen gesungen. Fortan wurden wir im Bekanntenkreis herumgereicht. Bis die Leute uns fragten, ob wir nicht mal ein Konzert geben wollten. Das taten wir 2007 im Theatercafé. So hat alles begonnen.

Welche Pläne habt ihr für 2016?
In wenigen Wochen stehen die Jugendweihen an. Damit sind wir voll beschäftigt. Danach gibt es noch einige freie Kapazitäten.


Hier gibts vom Jazzy-Duo was auf die Ohren:



Natürlich gehts auch auf Englisch:



Und noch etwas:




Zur Sache:
Bis heute brachte das Jazzy-Duo drei CDs heraus: "Euphorisiert", "C' est la vie", "Zurück zu mir". Für Numero 4 wird derzeit ein Sponsor gesucht, genug Lieder sind vorhanden.
Auftritte 2016: Jugendweihen, Marktfest Stadtilm, Stadtfest Arnstadt, Theatercafé Arnstadt sowie Auftritte in Thüringen.
Information: www.jazzy-duo.com
Kontakt: jazzyduo.music@gmail.com; facebook.com/jazzyduo.musik; Twitter: @jazzyduo
Telefon: 0170/7743253

Die Fotogalerie zeigt das Jazzy-Duo bei diversen Auftritten. Alle Fotos sind von Roy Blender.
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