Wie wir uns überflüssig machen

Womöglich geht es auf unseren Bahnhöfen bald zu wie auf der Modelleisenbahn: Die Züge fahren unbemannt und werden zentral gesteuert.

Ein neuer Bericht der EU-Kommission zeigt: Kaum ein Land trifft die Vergreisung der Gesellschaft so brutal wie Deutschland.

Und dass diese Tatsache den Sozialstaat 497 Milliarden Euro koste, stand neulich irgendwo zu lesen. Vor diesem Hintergrund erscheint es schon ein wenig grotesk, in welch rasantem Tempo wir Deutsche uns selbst abschaffen, indem wir uns sukzessive durch Roboter und Automaten ersetzen lassen.
Ein Beispiel: Wenn ich früher mit der Bahn verreisen wollte, erkundigte ich mich bei einem Menschen per Telefon oder an der Information nach der Zugverbindung. Dann kaufte ich bei einem Menschen die Fahrkarte und ließ diese im Zug von einem Menschen entwerten.
Und heute? Wenn ich eine Zugverbindung brauche, habe ich 24 Stunden Gelegenheit, diese in Erfahrung zu bringen, denn die nette Stimme vom Band ist immer für mich da. Eine Fahrkarte kann ich - unabhängig von Öffnungszeiten an Schaltern und in Servicecentern - am Automaten auf dem Bahnhof oder im Zug lösen. Den Fahrschein zu entwerten, ist eine Kleinigkeit. Wunderbar, diese Unabhängigkeit. Doch ist sie offenbar Fluch und Segen zugleich. Denn wo sollen jene arbeiten, die unser Rentensystem aufrechterhalten müssen, wenn es nur noch nette Stimmen vom Band gibt?
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5 Kommentare
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 09.08.2015 | 18:00  
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Jürgen Wesiger aus Nordhausen | 10.08.2015 | 19:02  
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Renate Jung aus Erfurt | 10.08.2015 | 22:55  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 11.08.2015 | 12:55  
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Ronald Koch aus Ilmenau | 13.08.2015 | 07:43  
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