Die Talsperre Lütsche ist momentan zur Bestandsaufnahme komplett abgelassen

Das Wasser ist komplett abgelassen. Die Baumstämme sind bei normalem Wasserstand vollständig mit Wasser bedeckt.
 
Die Staumauer ist im Inneren teilweise begehbar. Hier befinden sich Messgeräte und weitere Kontrollschächte.
Frankenhain: Talsperre Lütsche |

Im Sommer tummeln sich die Badegäste und Erholungssuchenden an der Talsperre Lütsche. Und im Winter stürzt sich so mancher Eisbader in die kalten Fluten. In diesem Winter wird es nichts mit Baden, der Stausee zeigt sich von einer ganz anderen Seite - mit Blick auf den Grund.

Abstau
Am 29. Oktober 2015 wurde mit der Entleerung begonnen. Die
Restentleerung erfolgte am 29. November. Momentan befindet sich kein Wasser im Staubecken.

Anstau
Ab dem 14. Dezember 2015 wird wieder angestaut. Dazu wird
kein Wasser aus umliegenden Flüssen und Bächen umgeleitet, sondern alleine durch Regenwasser, Schnee oder die Schneeschmelze wird sich der Stausee
allmählich wieder füllen.

Fundstücke
Die Mitglieder vom Angelsportverein Frankenhain sind in den letzten Wochen immer wieder ausgerückt, um den Müll, der nach und nach zum Vorscheinen kam, zu beseitigen. So fanden sich unendlich viele verlorengegangene Utensilien von Anglern und Badegästen, Autoreifen, Lkw-Reifen, ein Verkehrsschild, Kisten, ein Boot, Flaschen oder Scherben. Ein Schatz konnte leider nicht geborgen werden. Die einzige Kuriosität: Eine volle Flasche Goldkrone (Schnaps) aus DDR-Zeiten.

Fische
Da die Lütsche nicht dem Trinkwasserschutz unterliegt, gibt es hier ein breites Artenspektrum mit Barsch, Plötze, Zander, Hecht, Schleie, Karpfen und Forelle. Der Zuspruch der Anglerschaft ist groß. Die Mitglieder vom Angelsportverein Frankenhain haben einen Teil der Fische zur Zeit in umliegenden Teichen und in Kooperation mit der Ilmenauer Teichlandschaft in Ilmenau untergebracht. Wenn das Wasser zurückkommt, werden auch die Fische wieder zurückgesetzt. „Am 1. April startet die Angelsaison. Bis dahin ist das Gewässer
wieder gut besetzt“, sagt André Zorn, Vorsitzender des Angelsportvereins Frankenhain.

Vermessung
Ist die Talsperre komplett leer, kann auch der Stauraum neu vermessen werden. Durch Ablagerungen von Sedimenten kommt es zu stetigen
Veränderungen. Die letzte Vermessung wurde 1961 durchgeführt. Heute stehen
viel präzisere Messverfahren und Geräte zur Verfügung.

Artenschutz
Schützenswerte Arten haben sich an der Lütsche nicht angesiedelt –
das hat eine biologische Untersuchung ergeben.

Instandhaltung
Eine große Instandhaltung ist erst für 2019 geplant, diese Leerung diente vor
allem der Bestandsaufnahme. An den Notverschlüssen werden momentan
Arbeiten durchgeführt. Die Sanierung der Mauerkrone erfolgt auch zu einem
späteren Zeitpunkt.

Staumauer
Nur im wasserfreien Zustand lässt sich die komplette Staumauer begutachten – Experten überprüfen momentan das Bauwerk. Vor einigen Monaten wurden bereits Bohrkerne entnommen. Diese werden im Labor bei Simulationen auf
Temperatur, Druck und Feuchtigkeit untersucht. Daraus lassen sich Prognosen
ableiten, wie lange die Staumauer noch halten wird.

ZUR GESCHICHTE DER TALSPERRE
• 1934 bis 1936 erfolgen vorbereitende Baumaßnahmen und der Holzeinschlag.
• Die Bauzeit der Staumauer und die Untergrundvergütung beträgt drei Jahre, von 1935 bis 1938.
• Die Talsperre Lütsche wird 1938 in Betrieb genommen.
• Das Wasser dient als Kesselwasser für die Dampflokomotiven der Deutschen Reichsbahn.
• Bei Vollstau fasst die Talsperre 1 Million Kubikmeter Wasser.
• Heutige Nutzung:
- Naherholung (Baden, Angeln, Boot fahren),
- Stromerzeugung (15 kW für technische Geräte zur Bauwerksüberwachung)
und Hochwasserschutz.
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Renate Jung aus Erfurt | 13.12.2015 | 00:56  
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