A71 feiert Zehnjähriges

Frank Geißler, Chef der Verwaltungsgemeinschaft Geratal. (Foto: privat)
Geratal. Wir schreiben ein Jahrzehnt nach Eröffnung der Bundesautobahn A71. Ein ehrgeiziges Projekt, sowohl in baulicher als auch wirtschaftlicher Hinsicht. 218 Kilometer ist sie heute lang. Zur voraussichtlichen Fertigstellung im Jahr 2014 sollen es 230 Kilometer sein. Die A71 wird dann Sangerhausen über Erfurt und den Thüringer Wald mit Schweinfurt verbinden. Doch hat sie den Anrainern auch wirtschaftlichen Nutzen gebracht? Wir fragten Frank Geißler, Chef der Verwaltungsgemeinschaft Geratal.

Herr Geißler, was bedeutet die A71 für Sie persönlich?

Es ist wunderbar bequem, nach Erfurt oder Suhl über die Autobahn zu fahren. Wer sich an die Zeit vor der Bahn erinnert, weiß um die nervige Fahrt in beide Richtungen. Die Autobahn ist für uns ein Segen.

Was wäre, wenn die Bahn nicht gebaut worden wäre?

Das ist schwer abzuschätzen. Aus statistischen Erhebungen weiß ich, dass die Abwanderung hier geringer ist als in Gegenden ohne Autobahn.

Welches Resümee ziehen Sie für die VG Geratal?

Viele Unternehmen siedelten sich an und schafften Arbeitsplätze. Wir haben vier Gemeinden mit Wohnungsbaugebieten: Angelroda, Martinroda, Elgersburg und Geraberg. Die Menschen wissen, dass sie über die A71 schnell zur Arbeit kommen. Das Industriegebiet an der Abfahrt Geraberg trägt zur Belebung bei. Und wir haben viele Nachfragen von Interessenten, die sich dort niederlassen wollen.

Als die A71 gebaut wurde, war die mögliche Lärmbelästigung ein vielbefürchteter Aspekt...

Die Lärmemmission ist längst nicht so schlimm, wie viele damals glaubten. An einigen Teilstücken wurde Lärm- und Windschutz installiert, um den Lärm so gering wie möglich zu halten.

Brachte die A71 Ihren Ortschaften eine Entlastung?

Das kann man wohl sagen. Die ehemalige B88 und B4 haben an Verkehrsaufkommen erheblich verloren. Ich schätze, etwa 50 Prozent. Die Straßen sind ja infolge dessen auch umgewidmet worden.

Wie sieht es denn mit dem Bau einer Raststätte auf der A71 Höhe Geratal aus?

Eine Tank- und Raststätte wird dieses Jahr an der Abfahrt Gräfenroda entstehen. Und zwar auf beiden Seiten - auf Geschwendaer und auf Geraberger Seite. Voraussichtlich wird sie den Namen "Thüringer Wald" tragen. Vor acht Jahren gründete sich der Förderverein "Informationszentrum Thüringer Waldautobahn", dessen Mitglied ich bin. Die Raststätte soll ein touristischer Höhepunkt werden. Es wurden viele Ideen gesammelt. So könnte sie mit einem Museum verbunden werden, das Informationen über Thüringen und über Brückenbauwerke gibt. Damit wollen wir unter anderem die Autobahningenieurkunst würdigen.

Bundesautobahn A71 - Fakten

Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 230 Kilometer
davon in Betrieb: 218,5 Kilometer
davon im Bau: 11,5 km
Bundesländer: Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern
Ausbauzustand: vierstreifig

Neubau begann 1996 mit dem Hauptabschnitt Erfurt - Schweinfurt als Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 16. Mit etwa zehn Millionen Euro pro Kilometer ist die Strecke eine der teuersten Straßen, die in Deutschland gebaut wurden. Im Abschnitt Arnstadt Süd - Meiningen Nord mit etwa 60 Kilometern Länge durchquert die Autobahn den Thüringer Wald und trägt hier den Namen Thüringer-Wald-Autobahn. Die Kammquerung erfolgt auf 670 Meter Höhe über NN mit einer Längsneigung von zwei Prozent im fast acht Kilometer langen Tunnel Rennsteig. Der längste Autobahntunnel Deutschlands ist bislang für Gefahrguttransporte gesperrt.

Seit 15. Dezember 2006 führt sie bei einer Länge von 183 Kilometern von Sömmerda über Erfurt bis zum Dreieck Werntal bei Schweinfurt.
Am 29. April dieses Jahres wurde die Anbindung der A71 an das Südharzdreieck - von Heldrungen über Artern nach Sangerhausen - seiner Bestimmung übergeben. Die Bundesautobahn sei noch nicht durchgängig befahrbar, erklärt ein Sprecher der API. Bei Sömmerda fehlt noch ein Stück, dessen Fertigstellung noch nicht feststeht.

Weitere Orte an der A71: Arnstadt, Ilmenau, Geraberg, Oberhof, Zella-Mehlis, Suhl, Meiningen, Mellrichstadt, Bad Neustadt, Münnerstadt und Bad Kissingen.


Kuriosität: Eine Autofahrerin mit einer Tunnel-Phobie blieb mit ihrem Auto vor dem Rennsteigtunnel stehen und wollte nicht weiterfahren. Die Polizei eskortierte die Frau schließlich durch den Tunnel.
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4 Kommentare
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Joachim Kerst aus Erfurt | 08.05.2013 | 17:49  
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Hannelore Grünler aus Artern | 09.05.2013 | 06:02  
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Joachim Kerst aus Erfurt | 12.05.2013 | 21:17  
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Renate Jung aus Erfurt | 14.05.2013 | 14:59  
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