Arbeit ist ein tief verwurzeltes Gut, sagt Irena Steier vom Jobcenter Ilm-Kreis

Arbeit ist einer der ältesten Werte der Menschheit, sagt Irena Steier. Ein Bild aus der Dominikanischen Republik, das Arbeiter auf einer Zuckerrohrplantage zeigt, schmückt ihr Büro in der vierten Etage des Jobcenters in Arnstadt.
Im Jobcenter des Ilm-Kreises hat zum 1. April ein Wechsel auf Geschäftsführerebene stattgefunden. AA-Redakteurin Jana Scheiding sprach mit der neuen Frau an der Spitze – Irena Steier – über die neue Herausforderung
Ilm-Kreis.
Frau Steier, sind Sie im Ilm-Kreis schon angekommen?
Im Moment befinde ich mich in der Kennenlernphase: Institutionen, Bürgermeister, Ausschüsse, Kreistag, Tafel – alles Schnittstellen zum
Jobcenter.

Wie unterscheidet sich der Ilm-Kreis von Weimar, wo Sie zuletzt tätig waren?
Im Ilm-Kreis sehe ich eine Herausforderung, zumal es zwei Standorte gibt – Arnstadt und Ilmenau. Wir haben hier einen ganz anderen Arbeitsmarkt. Weimar ist sehr dienstleistungsgeprägt: Kultur, Hotels, Gaststätten und Verwaltung. Im Ilm-Kreis gibt es viel mehr Produktion, allein durch das Erfurter Kreuz. Ilmenau ist Universitätsstandort. Es gibt aber auch viel Gesundheitswesen. Das
alles reizt mich.

Welche Aufgaben hat das Jobcenter und wie bringen Sie sich ein?
Die Aufgabe besteht in der Grundsicherung von Arbeit Suchenden: Wohnung, Kleidung, Essen, soziale Teilhabe und nicht zuletzt, Menschen, die arbeiten können und wollen, wieder in Arbeit zu bringen. Meine Philosophie ist, Menschen nach Stärken zu vermitteln und Fachkräfte zu erkennen und zu fördern.

Aber nicht alle Menschen wollen arbeiten...?
Der überwiegende Teil will es. Arbeit gehört in unser Wertesystem, ist ein tief verwurzeltes Gut. Diesem Thema muss sich die Gesellschaft widmen. Ein massiver Fachkräftemangel kündigt sich seit längerem an, deshalb fokussiere ich auf Bildung und Qualifizierung.

Was gehört zu den Arbeitsaufgaben der einflussreichsten Frau im Jobcenter?
Meine Hauptaufgabe ist es, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass meine Mitarbeiter in der Lage sind, den Menschen zu helfen: Leistungen so schnell wie möglich zu zahlen und in Arbeit oder Ausbildung zu vermitteln.

Im Ilm-Kreis gibt es etwa 700 offene Stellen. Warum werden die nicht besetzt?
Dafür gibt es verschiedene Gründe. In den meisten Fällen laufen Auswahlprozesse der Unternehmen und nicht immer wird der Richtige sofort gefunden. Manchmal ist auch eine Qualifizierung notwendig, bei der wir unterstützen können.

Hat die Chefin des Jobcenters Zeit für Ehrenämter?
Ja. Im Projekt „Frauensache“ begleite ich Frauen, die Führungspositionen
anstreben.

Womit wir bei der Frage nach der Quote wären...
Frauen sind klug, trauen sich aber nicht immer. In Männer sozialisierten Berufen haben sie oft keine Chance. Insofern finde ich die öffentliche Diskussion zur Quote richtig.

STATISTISCHES
Im März waren 5475 Menschen im Ilm-Kreis Arbeit suchend, im April 5178. Das sind 1,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Arbeitslosenquote
liegt im Ilm-Kreis bei 8,9 Prozent. Das ist mehr als in Weimar, aber weniger als in Gera.

• Irena Steier ist seit 20 Jahren in der Arbeitsverwaltung tätig und wechselte
am 1. April aus Weimar ins Jobcenter Ilm-Kreis, Arnstadt, Bierweg.
• Sie ist für 151 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Jobcenter verantwortlich.
Ihr Leitspruch: Jedes Ding hat drei Seiten – eine die man selbst sieht, eine die
der andere sieht und eine, die beide nicht sehen.
• Informationen: www.ilm-kreis.de;
Kontakt: Jobcenter-Ilm-Kreis@jobcenter-ge.de
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3 Kommentare
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Antje Hellmann aus Jena | 29.05.2013 | 11:38  
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Hannelore Grünler aus Artern | 01.06.2013 | 20:34  
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Renate Jung aus Erfurt | 10.06.2013 | 09:00  
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