Das ist ja die Härte! Arnstädter wollen weicheres Wasser

Was aus ihrem Wasserhahn kommt, ist vielen Arnstädtern zu hart. (Foto: Imago)
Arnstadt: ... |

“Wenn der Mensch verkalkt, dann hat das nichts mit hartem Wasser zu tun“, sagt Jürgen Ludwig, Vorsitzender der 1990 gegründeten IG Stadtökologie Arnstadt.

Aus medizinischer Sicht sei kalkhaltiges Trinkwasser sogar gesund, weil es wichtige Mineralien enthält: Calcium und Magnesium. Ersteres ist ein wichtiger Baustoff für Knochen und Zähne, Magnesium wirkt auf Nerven und Muskulatur. Mangelt es daran, begünstigt die daraus resultierende Arterienverengung Herzinfarkte.

Ein wenig weicher, bitte


Was für den Menschen wichtig, schadet technischen Hilfsmitteln, derer er sich täglich bedient. Und genau da scheiden sich in Arnstadt die Geister. 20 bis 23 Grad Wasserhärte hat dort das Wasser, 11 bis 12 möchten es bitteschön sein. Vielleicht, diskutierte die IG Stadtökologie dieser Tage mit Weichwasseranhängern, wäre ein Mischwasserkonzept denkbar, wie es die Stadt Erfurt seit einigen Jahren praktiziert.

Studie in Arbeit


“Wir müssen uns fast jeden Monat eine neue Kaffeemaschine kaufen“, trug jüngst eine Beschwerdeführerin in der Sprechstunde einer Stadträtin vor. Andere Bürger beklagen den unbotmäßigen Verschleiß teurer Kaffeeautomaten und Waschmaschinen.
Per Stadtratsbeschluss vom 31. März hat der Zweckverband nun eine Studie zur Reduzierung der Wasserhärte in Auftrag gegeben, deren Ergebnis er Ende dieses Jahres erwartet. Dann wird die Angelegenheit erneut Thema im Stadtrat sein.

Bis es soweit ist, helfen vielleicht einige Tipps zur Schonung technischer Haushaltshelfer.


1. Teefreunde schätzen weiches Wasser, es geht aber auch mit hartem: einfach zwei- bis dreimal im offenen Kessel aufwallen lassen, dabei setzt sich der Kalk ab.

2. Boiler, Waschmaschinen oder Warmwasserbereiter verkalken nicht, wenn das Wasser bei Geschirrspülen oder Waschen nicht zu stark erhitzt wird. 60 Grad reichen aus. 3. Mit Zitronen- oder Essigsäure werden Dampfbügeleisen, Blitzkocher, Wasserkessel und Tauchsieder wieder flott.

3. Enthärten sollte man nicht mit dem Enthärter im Waschmittel. Man kann handelsübliche Baukastensysteme anwenden, die mit dem Waschmittel und einem separaten Enthärter viel genauer dosieren und die Umwelt nicht unnötig belasten.


Zur Sache:

Die Wasser-“Härte“ ist ein Sammelbegriff für die lebenswichtigen Mineralien Calcium und Magnesium. Enthält das Trinkwasser von beidem viel, spricht man von hartem Wasser. Enthält es wenig, dann ist das Wasser weich. Ins Wasser gelangen diese Mineralien, wenn das Wasser durch kalkhaltige Böden versickert.

Etwa 90 Prozent der Arnstädter Einwohner, das Gewerbegebiet Nord und Ortsteil Rudisleben werden über das Wasserwerk Schönbrunn versorgt. Die Teilbereiche am Rabenhold, der Kübelberg und die Ortsteile Angelhausen-Oberndorf und Espenfeld erhalten Fernwasser von der Thüringer Fernwasserversorgung. Dort liegt weiches Talsperrenwasser der Ohra an. Dosdorf und Siegelbach erhalten Mischwasser.

Mitglieder und Interessierte treffen sich jeden ersten Donnerstag im Monat, 19 Uhr. Kontakt: Jürgen Ludwig, Telefon: 03628/640723, E-Mail: arnstadt@grueneliga.de

Informationen: www.stadtoekologie-arnstadt.de und www.wazu-arnstadt.de

Wissenswert:

Mit 1 m³ Wasser kann man 45.454 Eiswürfel einfrieren, 5000 Gläser Wasser trinken, 2600 mal Zähne putzen, 2000 Blumenvasen füllen, 400 mal Hände waschen, 365 Tage rasieren, 166 x WC spülen, 62 Minuten Rasen sprengen, 22 mal Wäsche waschen, 20 mal duschen und 10 mal baden.
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2 Kommentare
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Holger Greilach aus Erfurt | 08.08.2014 | 14:39  
12.762
Renate Jung aus Erfurt | 09.08.2014 | 09:50  
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