Einzug ins Rathaus? - Allgemeiner Anzeiger im Gespräch mit Alexander Dill (parteilos)

Alexander Dill will als Parteiloser ins Rathaus einziehen. (Foto: Joachim Kreckow)
Arnstadt: ... | von Joachim Kreckow


Respekt haben Sie von vielen Seiten bezüglich Ihrer jahrelangen Arbeit am historischen Gebäudekomplex des Ober-und Unterklosters. Was hat Sie bewogen, trotz dieser immensen Herausforderungen als Bürgermeister für die Stadt Arnstadt - ohne Parteibuch - zu kandidieren?

Aus meiner Sicht ist in Arnstadt ein Politikwechsel dringend notwendig. Derzeit werden meines Erachtens Entscheidungen zu oft parteipolitisch beeinflusst. In diesem Sinn verstehe ich meine Kandidatur als gemeinschaftliches Projekt derjenigen, die auf kommunaler Ebene für ein demokratisch basiertes Handeln im Sinne des Gemeinwohls eintreten wollen.

Was müßte nach Ihrer Meinung in der Verwaltung im Zusammenspiel mit dem Stadtrat vebessert werden?

Die Verwaltung ist der Dienstleister für alle Einwohner. Zur notwendigen Verbesserung der Verwaltungsarbeit gehört die Stärkung der Eigenverantwortung von Mitarbeitern ebenso wie eine fachlich qualifizierte Besetzung von offenen Stellen oder eine langfristige Stellenplanung. Durch die politische Entflechtung von Bürgermeisteramt und Stadtrat wird die fachliche Zusammenarbeit in den Mittelpunkt gerückt, so das qualifiziert erarbeitete von Entscheidungsvorlagen auch in einem differenziert zusammengesetzten Stadtrat überwiegend Mehrheiten finden werden.

Wie sehen Sie die Entwicklung von Industrie und Gewerbe ?

Das ‚Erfurter Kreuz’ ist als Industrie- und Gewerbegebiet gut aufgestellt. Wichtig ist aber ebenso, das die dort Beschäftigten Arnstadt auch als attraktiven Wohnort wahrnehmen. Dazu ist einerseits die Entwicklung von attraktiven Wohnbauflächen vorzugsweise innerhalb der bebauten Ortslage erforderlich. Andererseits muss sich Arnstadt aber für potentielle Einwohner weit mehr als bisher auch als offene und lebenswerte Stadt darstellen.
Eine möglich Belebung der Innenstadt verlangt zudem im Hinblick auf die bisherige Fehlentwicklung - Handel auf der grünen Wiese - erhebliche und langfristige Anstrengungen aller Beteiligten. Erst wenn es gelingt, auch größere Einkaufsmöglichkeiten zu etablieren, wird eine Magnetwirkung entstehen, von der auch der innerstädtische Einzelhandel profitieren kann

Unsere Leser interessieren sich sicher auch zu Ihrer Haltung zur Vereinsarbeit, zu den Komplexen Bildung, Jugend und Sport.

Bürgermeinungen und damit auch Vereine sind im Rahmen einer umfassenden Bürgerbeteiligung weit mehr als bisher in städtische Entscheidungen einzubeziehen. Neben einer effizienteren Ausnutzung vorhandener städtischer Strukturen stehe ich auch für die Einrichtung eines Vereinshauses oder eines betreuten Spielplatz. Zudem muss die Berufsschulbildung in Zusammenarbeit mit Industrie und Gewerbe zukunftsfähig gestaltet und damit die Rolle von Arnstadt als Bildungsstandort gestärkt werden.

Zum brisanten Thema Gemeinde-Gebietsreform. Welche Variante würden Sie bevorzugen?

Ich halte den Zusammenschluss von Arnstadt, Ichtershausen und Wachsenburggemeinde sowie auch Plaue kurz- bis mittelfristig für notwendig. Dadurch kann eine gemeinsame Entwicklung von Industrie und Gewerbe mit dem Kern des Erfurter Kreuzes besser abgestimmt und vorangetrieben werden. Zudem ist mit dem Geratal auch eine naturräumliche Verbindung gegeben. Im Wechselspiel von hochwertigen Gewerbeansiedlungen und ebenso hochwertigen Landschaftsräumen böte sich hier die herausragende Möglichkeit, einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Kommunalverbund auf Basis der Gleichberechtigung seiner Mitglieder zu schaffen.
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