Endlich wieder freie Fahrt! - Verbindung Ilmenau - Elgersburg ist wieder frei

Es ist vollbracht - Bahnvertreter Rainer Starke (links) und der Elgersburger Bürgermeister Ingolf Schwarze am vergangenen Freitag bei der technischen Übergabe des Straßenabschnitts unter der hinten zu sehenden Eisenbahnbrücke.
"Was denn, gibt‘s keine Bratwürste? Und wo ist die Musik?" Enttäuscht nähert sich ein älterer Mann mit Fotoapparat der Baustelle an der bis vor kurzem noch gesperrten Eisenbahnbrücke. Es ist Freitag, der 8. April. Ein großer Tag für Elgersburg, denn heute wird die Straße zwischen Ilmenau und der etwa 1200-Einwohner-Gemeinde nach fast einjähriger Sperrung wieder freigegeben. Eine Rentnerin sieht sich ratlos um: "Ich hab heute extra nichts gekocht..."

Ein wenig feierlicher haben sich die Elgersburger die Freigabe der Ilmenauer Straße schon vorgestellt. Immerhin mussten sie monatelang eine Umleitung in Kauf nehmen. Das kostete Zeit und wohl auch etwas mehr Kraftstoff. Die Gewerbetreibenden verzeichneten Einbußen in nicht geringer Höhe. Doch Bürgermeister Ingolf Schwarze macht es kurz und schmerzlos. "Hier findet lediglich eine technische Übergabe statt", stellt er klar und schüttelt Rainer Starke von der DB Netz AG symbolisch die Hand - für die Fotos enttäuschter Presseleute. Denn der Bahnvertreter kann nicht mit Zahlen dienen. Das Projekt sei für die Bauherrin noch nicht abgeschlossen, erklärt er. Unter anderem fehle noch die Begrünung. Bürgermeister Schwarze indes ist froh, dass die etwa 800 000 Euro teure Maßnahme seine Gemeinde keinen Cent gekostet hat. Deshalb ist die Linienführung der Straße unter der Brücke auch so eng wie zuvor, was viele Elgersburger stört. "Eigentlich sollte die Straße nur fünf Monate gesperrt bleiben, doch der schnelle Wintereinbruch machte einen Strich durch die Rechnung", erklärt Vize-Bürgermeister Stefan Wespa. Als Gemeinderatsmitglied hatte er den Unmut der Bürger besonders deutlich zu spüren bekommen. "Außerdem gab es noch Probleme mit Entwässerung und Drainage", ergänzt Wespa. Er selbst ist froh darüber, dass die Straße nun wieder befahrbar ist. "Ich habe einen pflegebedürftigen Vater in Roda", sagt er. "Jetzt bin ich in der Hälfte der Zeit bei ihm." Erbaut worden sei die Brücke um 1817, erklärt der Eisenbahnfan. Durch den Krieg wurden die Widerlager beschädigt. Ohne Reparatur wäre dieser Bereich nicht mehr befahrbar gewesen. Wartezeit hin oder her - jetzt ist die Durchfahrt endlich wieder frei und Stefan Wespa bleibt nichs als zu sagen: "Ende gut - alles gut".
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