Gemeinsam auf dem letzten Weg - in Dornheim steht das bisher einzige Tierkrematorium Thüringens

Nach dem Tod zu den Sternen: Grit Ziermann präsentiert eine Urne, wie sie in den Regalen vieler Tierliebhaber als Erinnerung an ihren Liebling steht. Auch Bildnisse oder Abbildungen mit Zirkonschmuck sind möglich.
Dornheim: ... | Der Tag, an dem sich Olaf Ziermann von seinem Hund verabschieden musste, jagt ihm noch heute einen Schauer über den Rücken. Nicht der Tod an sich entsetzte den Tierfreund, sondern die Art der „Entsorgung“. Wie Tierkörperbeseitigung in Deutschland funktioniert, beschreibt Ziermann als Horrorszenario: „Hund und Katze werden gemeinsam mit Nutztieren und Schlachtabfällen in einen Container gekippt, anschließend im Reißwolf in schmale Streifchen gerissen und sechs Stunden gekocht. Die Urne kam irgendwann mit DPD.“
Für den 46-jährigen Unternehmer war dieses Erlebnis der Grund, 800.000 Euro in
das erste und bislang einzige Tierkrematorium Thüringens zu investieren. Zum Gebäude mit entsprechender Technik gehört ein 5000 Quadratmeter großes Grundstück in Dornheim, wo die Asche von Kleintieren in Zukunft beigesetzt wird.
Der Trend gehe eindeutig zur Einäscherung, unterstreicht Ziermann, für den dieses Thema durchaus nicht neu ist. „Erste Tiergräber sind über 2000 Jahre alt. Damals hatten die Zeremonien eher rituellen Charakter und waren durch
reichliche Grabbeigaben gekennzeichnet.“
Grabbeigaben heutiger Tage sind weniger wertvoll, dafür mit Liebe ausgesucht.
Die toten Lieblinge werden in Korb, Karton oder selbst gebauter Holzkiste ins Krematorium gebracht. „Sofern Behältnis und Spielzeug nicht aus Kunststoff bestehen, gibt es keine Probleme“, erklärt der Betreiber. Diskussionen im Ort hatte es bereits gegeben, weil sich das Krematorium direkt gegenüber der Produktionsstätte von „Thüringer Fleisch- und Wurstspezialitäten“ ansiedelte.
„Unsere Emmissionswerte haben die Leute schließlich überzeugt“, ist Ziermann
froh.
Über sechzig Anmeldungen liegen dem Unternehmer bereits vor. Um wirtschaftlich zu arbeiten, muss er mehrere Tausend Einäscherungen im
Jahr vornehmen. „Unser Krematorium ist nur für Kleintiere zugelassen“, erläutert Olaf Ziermann. „Was Huftiere betrifft, so ist für Deutschland noch keine entsprechende EU-Verordnung ratifiziert.“
Zwischen Human- und Tiereinäscherung gibt es im Ablauf kaum Unterschiede.
Im Abschiedsraum sehen sich Mensch und Tier zum letzten Mal. Augenblicke später schiebt die Anlage das Behältnis mit dem Tier in den 650 bis 1000 Grad heißen Ofen. Durch ein feuerfestes Guckloch kann man den Prozess
beobachten. „Viele Menschen setzen sich vor den Ofen und warten, bis alles vorbei ist“, erzählt Tierbestatter Ziermann. „Um sicher zu sein, dass sich tatsächlich ihr Tier in der Urne befindet."

Kontakt:
„Pietaeta“ Kleintierbestattungszentrum, Am Lohfeld 3, Dornheim bei Arnstadt.
Telefon: 0 36 28/60 01 00, E-Mail: info@pietaeta.de und im Internet: www.pietaeta.de
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5 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 09.05.2013 | 06:24  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 10.05.2013 | 09:43  
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Regina Kleiber aus Sondershausen | 10.05.2013 | 22:46  
Jana Scheiding aus Arnstadt | 11.05.2013 | 22:14  
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Renate Jung aus Erfurt | 15.05.2013 | 02:38  
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