Hipp Hipp hurra! - Babykostfabrikant Claus Hipp zum Thema Ethik in der Wirtschaft

Professor Claus Hipp ist Jurist, Unternehmer, Künstler und Autor.
  Arnstadt: ... | Langsam füllt sich die Turnhalle der FH Kunst an diesem Abend. Zu Gast ist ein Prominenter, der über Ehtik im Wirtschaftsleben sprechen wird: Prof. Dr. Claus
Hipp – Babykostfabrikant („Dafür stehe ich mit meinem Namen“), renommierter Jurist, Künstler und Autor des Buches „Die Freiheit, es anders zu machen“.
Minuten vor Beginn der Veranstaltung ist klar: Die Stühle werden nicht reichen und so wird eifrig nachgestellt. Dann kommt ER. Ein älterer, gutsituierter Herr,
schwarzer Anzug, Weste, goldene Uhrkette, dunkelblaues Einstecktuch. Zum
Spaß wird Babynahrung im Publikum verteilt. Babynahrung aus Plastikgefäßen? – Die kritische Frage bringt Hipp nicht aus der Ruhe. „Wir
bevorzugen Glas, doch der Verbraucher verlangt andere Verpackungen“, sagt er. Was er hinzufügt, sorgt für Erheiterung im Saal: „Übrigens werden über 20 Prozent unserer Produkte von Erwachsenen konsumiert.“
Ethik im Wirtschaftsleben habe viele Facetten, lässt Hipp durchblicken. Unter anderem diese: „Ich kann mich an eine Zeit erinnern, da wir Deutsche Angst vor Billiglohnländern und Lohndumping hatten. Mein Sohn ist Unternehmer in Polen. Wenn er Arbeiter braucht, lässt er sie aus Bayern kommen. Die sind
inzwischen billiger als die Polen.“ Apropos Ausländer. Den größten Ausländeranteil in der Schweiz bilden die Deutschen, „weil dort vom Lohn
einfach mehr übrig bleibt“.
Die Frauenquote hält der fünffache Vater mit Bauernhof in Pfaffenhofen (Manager Magazin) für eine Beleidigung tüchtiger Frauen. „Da muss den Politikern doch etwas anderes einfallen.“
Für Ethik in der Wirtschaft haben die Unternehmer meist gar keine Zeit. Laut Claus Hipp müssen sie sich nämlich den Weg durch 83 000 Vorschriften
bahnen. „Ständig kommen neue hinzu“, klagt der 1938 geborene Unternehmer.
Um die Verständlichkeit dieser Schriften sei es dabei oft bestellt. Die Kaiserin
Maria Theresia soll einmal gesagt haben: „Vorschriften muss der letzte Schweinehirt in Galicien verstehen. Ist das nicht der Fall, gehören diese
Gesetze abgeschafft!“
Zur allgemeinen Erheiterung folgt dem gleich noch ein Zitat von Karl Valentin: „Die Ausbildung der Jugend ist zwecklos, weil sie den Alten sowieso alles nachmacht.“ Von der Grundschule bis zur Universität werde Wissen gepaukt, das schnell veralte, bedauert Unternehmer Hipp. „So bleibt kaum Zeit, auf die Kinder und jungen Menschen einzugehen. Wir brauchen aber gebildete Menschen – nicht nur ausgebildete! Wir brauchen Menschen mit Denkvermögen, die Lösungen finden.“
Sei das nicht zuletzt eine Frage des Geldes? – kommt der Einwand aus dem Publikum. Der Professor wägt seine Worte kurz ab, bevor er antwortet: „Gelegentlich unterrichte ich an einer Institution in Georgien. Dort habe ich schon mit Mütze vor meinen Schülern gestanden, weil die Heizung nicht funktionierte. Ein Professor verdient dort etwa 200 Euro im Monat. Trotzdem sind die Menschen motiviert und diese Schule gehört zu den gefragtesten. Qualität ist also nicht unbedingt eine Frage des Geldes. Wenn ich durch manche deutsche Hochschule gehe, dann ist das, was ich dort sehe, oft nichts anderes als „des Kaisers neue Kleider“.
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